Das DokfestForum findet in Kooperation mit dem Fridericianum statt und lenkt den Fokus auf die Schnittmenge von Film, Dokumentation und bildender Kunst.
An zwei aufeinanderfolgenden Abenden werden ausgewählte Arbeiten von Nina Könnemann und Yalda Afsah präsentiert und im Anschluss an die Aufführungen im Gespräch mit den Künstler*innen die filmischen Strategien sowie das Verhältnis zum jeweiligen Schaffen diskutiert.
DokfestForum 2026:
MI. 18.11. | 18:30 – 20:00
Nina Könnemann
Im Zentrum von Nina Könnemanns künstlerischer
Praxis stehen Beobachtungen des öffentlichen Raums, alltäglicher
Verhaltensweisen und subkultureller Dynamiken. Ihre häufig dokumentarischen Videoarbeiten
richten den Blick auf marginale Orte und Übergangszonen sozialer Ereignisse –
etwa die Ränder von Großveranstaltungen, Versorgungs- und
Infrastruktureinrichtungen. Dabei untersucht sie unausgesprochene Regeln und
gesellschaftliche Mechanismen, die sich in beiläufigen Situationen und
Mikrointeraktionen zeigen. In ihrer jüngsten Werkgruppe BLOCKEN (2023–)
überführt Könnemann ihre Beschäftigung mit dem öffentlichen Raum in
Live-Video-Performances, bei denen mehrere Filmemacher*innen dezentral und in
Echtzeit gemeinsam eine dokumentarische Narration entwickeln.
Auf das Screening von Filmausschnitten aus der Werkgruppe BLOCKEN und
weiterer filmischer Arbeiten folgt ein Gespräch mit Könnemann über ihre
Live-Video-Performances sowie die medialen Strukturen und
Aufmerksamkeitsökonomien, die darin verhandelt werden.
Einführung: Luise von Nobbe (Kuratorin), Fridericianum
Screening: Ausschnitte aus der Werkgruppe BLOCKEN (2023–) und eine Auswahl weiterer filmischer Arbeiten
Im
Anschluss: Gespräch mit der Künstlerin
Do. 19.11. | 18:30 – 20:00
Yalda Afsah
Welche Rolle spielen Rituale heute in einer
säkularisierten Gesellschaft? Wie stiften sie Zugehörigkeit und prägen
kulturelle Identität – und welche Dimensionen sozialer Kontrolle und Gewalt
schwingen dabei mit?
In ihren Filmen setzt sich die deutsch-iranische Künstlerin Yalda Afsah unter
anderem mit Fragen von Fürsorge, Domestizierung, Tradition und Männlichkeit
auseinander. Dabei verbindet sie dokumentarische Beobachtung mit künstlerischer
Inszenierung. In ihrer jüngsten Werkreihe untersucht sie Rituale als soziale
und körperliche Choreografien: Während PAN eine meditative Paneurhythmie-Prozession
im bulgarischen Rila-Gebirge erkundet, richtet HEAT den Blick
auf eine ekstatische Zeremonie des Handan Festivals in Taiwan, bei der
Feuerwerkskörper eine zentrale Rolle spielen. Beide Arbeiten nehmen Rituale als
Ausgangspunkt für eine filmische Auseinandersetzung mit Gemeinschaft, Individuum
und gesellschaftlichen Ordnungen.
Im Anschluss an das Screening gibt Yalda Afsah im Gespräch Einblicke in ihre
künstlerische Praxis sowie in die spezifischen Bedingungen und Möglichkeiten
der Präsentation filmischer Arbeiten im Ausstellungskontext.
Einführung: Jasmin Meinold (Kuratorin), Fridericianum
Screening:
HEAT, 2026 (HD
video, color, stereo sound, Länge: 20 Min.)
PAN, 2026 (HD
video, color, stereo sound, Länge: 20 Min.)
Im Anschluss: Gespräch mit der Künstlerin