#18 Versteinerte Minen


(BALi, KulturBahnhof Kassel)

In der Dunkelheit einer Mine im Kongo, wo die Stimmen der Arbeiter*innen meist überhört werden, üben wir der Sprache Gewicht zu geben. Zwischen nationalen Archiven und den Intimitäten unausgesprochener Familienerinnerungen bleiben Ausbeutung und Leid bewusst vergraben. Durch die Verschmelzung von Erinnerung und Widerstand werden die Stimmen der Freiheit Angolas der Geschichtsschreibung hinzugefügt. Der Körper und die Stimme sind unsere wertvollsten Ressourcen. Wir beuten sie aus wie eine Mine. Drei Filme, die Körper, Stimme und Extraktivismus gemeinsam denken. (Matti Ullrich)

Ndjimu (Deep Cobalt)

Der Film zeichnet die Verflechtungen zwischen den geologischen Landschaften des Kongo und den Schwarzen Körpern in Kreisläufen globaler Ausbeutung nach und versteht Kino nicht bloß als Darstellung, sondern als eine Praxis des Zuhörens – in der das Land spricht, sich erinnert und Widerstand leistet. Indem er dem zuhört, was zum Schweigen gebracht wurde, wird der Film zu einer Opfergabe, die in Zusammenarbeit mit dem Unsichtbaren dargebracht wird.

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  • +DokfestOnline
  • Dauer: 31 Min.
  • Premiere: Deutschlandpremiere
    • Regie: Petna Ndaliko Katondolo

    The Right to Forget

    Als die Filmemacherin ihren Vater nach den Goldminen ihres Schweizer Großvaters fragt, antwortet er unmissverständlich: Alle Unterlagen seien verbrannt worden, nichts sei übriggeblieben, man müsse es vergessen. Ihr Großvater, Hans Mazenauer, stand in den 1980er Jahren in Verbindung mit Mobutu Sese Seko und dem Bergbaugeschäft im ehemaligen Zaire. Der Film hinterfragt die Ethik des Erbes, die Verwicklung der Schweiz in den Rohstoffabbau und die Grenzen zwischen Erinnern und Loslassen.… >>>

    • +DokfestOnline
    • Dauer: 25 Min.
  • Premiere: Deutschlandpremiere
  • Nominierung: Goldener Schlüssel
    • Regie: Lisa Mazenauer

    Pedra do feitico (Spell Stone)

    Dieser Film präsentiert dokumentarische Zeitzeug*innenberichte von Freiheitskämpfer*innen, die am bewaffneten Kampf für die Unabhängigkeit Angolas von der portugiesischen Kolonialherrschaft und am darauffolgenden Bürgerkrieg teilgenommen haben. Ihre Berichte entfalten sich in einer skulpturalen Form, die vom Black Star inspiriert ist – einem Symbol für afrikanische Freiheit, Einheit und Führungsstärke. Sie verwandeln den Raum sowohl in eine Gedenkstätte als auch in einen Ort des Dialogs.

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    • Dauer: 12 Min.
    • Regie: Mónica de Miranda