Shooting
CN: Gewalt
Auf körnigen Schwarz-Weiß-Bildern rollen Panzer durch dörfliche Landschaften, es gibt Schusswechsel, Granaten. Es ist Sommer 1967 im Nahen Osten und Israel gewinnt den Sechstagekrieg. Was der israelische Propagandafilm nicht transparent macht: Alles ist nachträglich inszeniert. Mangels dokumentarischen Bildmaterials reinszeniert Israel den Krieg auf Kosten der palästinensischen Dorfbewohner*innen, die aus Angst vor einem erneuten Krieg flüchten. Im Film untersucht Netalie Braun in drei Kapiteln verschiedene Verschränkungen von Film und Waffen in Israel. Jedes Kapitel ist unterschiedlich gelagert: Wir erfahren von einer inszenierten Polizeirazzia, die eine palästinensische Familie in Gefahr bringt und von einem ehemaligen israelischen Soldaten, der jetzt Waffenattrappen an Filmsets verkauft. Die Auswahl der drei Einblicke in die Beziehungen zwischen Mensch, Waffe und Film ergibt ein vielschichtiges Bild, in dem Braun immer klar Position bezieht. Die Trilogie zeigt auf, wie Kino als Waffe an der gefährlichen Schnittstelle zwischen Erzählkunst, Propaganda und staatlicher Macht eingesetzt werden kann – und welche Folgen für Menschen entstehen können. (Sita Scherer)
- Dauer: 80 Min.
- Regie: Netalie Braun
