La Memoria de las Mariposas (The Memory of Butterflies)
Für ihren Film vergräbt Tatiana Fuentes Sadowski ihre 8mm-Aufnahmen im Boden des Regenwaldes – wie viele Experimentalfilmer*innen vor ihr, zu anderer Zeit, in anderen Böden. Das Material soll sich auf unplanbare Weise verändern und auf Tuchfühlung mit der Realität geraten, mit der Geschichtlichkeit des Terrains und den Gewalten, die sich historisch hier abgespielt haben. Nach dem Ausgraben scheinen die Bilder gealtert. In ihrem Filmessay lässt sie ihr Material auf historische Fotografien und frühe Filmaufnahmen treffen, um einen Aspekt der Geschichte kolonialistischer Gewalt am Amazonas zu erforschen – die Versklavung und Ermordung von indigenen Menschen durch die Barone der europäischen Kautschukindustrie. Bald wird sie selbst in die Geschichte verstrickt, denn die Familie ihres Mannes stammt von den Tätern und Profiteuren ab. Statt Protest, Wut und Abgrenzung wählt die Regisseurin eine symbolische und sinnliche, manchmal traumwandlerische Auseinandersetzung mit den Bildern und Schicksalen zwischen den Kulturen und Generationen. In ihrem Essay findet die vergangene Gewalt keine Auflösung: Bilder und Körper wurden geraubt, Bilder und Körper kehren zurück, Bilder und Körper begegnen sich im Kino. (Dennis Vetter)
… >>>- Dauer: 77 Min.
- Regie: Tatiana Fuentes Sadowski
