Die Zukunft rückt näher – voller Fragen, Gegensätze und Überraschungen. Wie gehen wir mit Unsicherheiten um, die unser Leben durchziehen – individuell wie kollektiv? Die Filme dieses Programms nähern sich dem Thema mit ganz unterschiedlichen Gesten: poetisch und verspielt, kritisch und nachdenklich, zärtlich und herausfordernd. Sie führen uns in Gärten voller Rätsel, in Sportwelten, die ihre Logik verlieren, in Träume vom schnellen Reichtum, in Erinnerungen an Katastrophen und in magische Spiele zwischen Leben und Tod. Zitternd blicken wir in die Zukunft und hoffen auf Hoffnung. (Anna Melikova)
Die Menschen sind in Aufruhr. Der Boden, aus dem ihr verwunschener Garten wächst, zittert. Zwischen Büschen und Bäumen, Beeten und Brunnen hat sich jede*r für sich allein verirrt. Blicke suchen nach Wegen, Hände tasten nach Erinnerung. Manchmal erspähen sie etwas. Manchmal horchen sie auf. Sie vernehmen ein Flüstern, ein leises Versprechen. Sie folgen den Blütenblättern flussabwärts. Weiter.
Ein Golfer schlägt nicht ab, eine Fußballmannschaft spielt gegen sich selbst, ein Rally-Copilot steckt in einer Identitätskrise. Das Publikum bleibt handlungsunfähig auf seinen Plätzen sitzen. Gedreht in Sport-Videospielen, stellt WORLD AT STAKE die Ordnung von Sieg und Niederlage auf den Kopf und hinterfragt Rollen zwischen individueller Souveränität und kollektiver Passivität. Zurück bleibt angesichts der Katastrophe ein Gefühl politischer Ohnmacht. Nichts weniger als die Welt steht auf dem Spiel.
Pol, 21, lebt bei seiner Großmutter und träumt von 10.000 Euro monatlich durch Krypto-Handel, Selbsthilfe-Events und Online-Coaching. +10K begleitet sein eifriges Streben nach Selbstoptimierung und zeigt, wie der Kapitalismus Wünsche prägt und selbst zur Religion werden kann. Welche Sehnsüchte und Möglichkeiten formen eine Generation, die zwischen Realität und digitalen Träumen lebt?
Naturkatastrophen haben Jaume Carrió tief erschüttert. In seinem Essay fragt der Regisseur, wie wir Verluste verarbeiten und wie sich kollektive Geschichten erzählen lassen. Vom weiten Filmformat bis zum Selfie-Bild erkundet er, wie sich die Perspektive verschiebt, wenn wir Katastrophen festhalten.
In einer öden, verlassenen Landschaft spielen zwei Mädchen: eines lebt, das andere ist tot. Das Lebendige zieht das Tote hinter sich her. Aus den fragmentarischen Worten ihres Spiels entsteht eine Geschichte von Verlustangst und dem Versprechen solidarischen Beieinanders. Ein Film wie ein Zauberspruch, der das Leben anruft, den Tod zu überwinden.