
CN: Gewalt
Keren Kraizer ist Künstlerin, Filmemacherin und Aktivistin. Auf der Suche nach Freiheit verließ sie Israel mit 20 Jahren, um in Europa Tanz zu studieren. Der Zwiespalt zwischen Sehnsucht nach dem Heimatort und Unwohlsein bei der Rückkehr zog sich durch die Jahre. Sie entscheidet sich zu einer Reise zu ihrer Familie, will mehr erfahren über ihre Identität als Israelin, die konträr zur Politik Netanjahus steht. Vermeidung soll Auseinandersetzung weichen. Ein poetisches visuelles Tagebuch entsteht, das die Fragen nach Zugehörigkeit ebenso beinhaltet wie die Erlebnisse, die im turbulenten Draußen passieren. Die Gespräche mit Mutter und Großmutter geben teilweise Antworten. Kraizer schließt sich einer Demonstration gegen Netanjahu an, pflückt mit anderen in besetzten palästinensischen Gebieten Oliven und stellt sich aggressiven Siedlern entgegen, sie lernt Shir kennen, einen Aktivisten und Pazifisten. Nach dem 7. Oktober 2023 eskaliert die Gewalt. Schock mischt sich mit Wut, Verzweiflung, Angst. Kraizer fragt sich: Wenn der geliebte Geburtsort so viel Tod mit sich bringt – wo und vor allem wie soll man dann leben? (Sita Scherer)