
CN: Lichteffekte
Wer Norwegens extrem düstere Black-Metal-Szene und die gruseligen Geschichten kennt, die man sich davon erzählt, weiß auch darum, dass Frauen darin für gewöhnlich keine Rolle spielen. Die drei Musikerinnen von „Witch Club Satan“ sind angetreten, das zu ändern: Am Anfang ihres kometenhaften Aufstiegs steht ein (zumindest angeblicher) teuflischer Pakt: Drei Jahre wollen sich Johanna, Nikoline und Victoria Zeit geben, um den Aufstieg zu schaffen. Doch dazu müssen sie erst einmal lernen, die Instrumente zu beherrschen. Und sie müssen sich in einer Welt behaupten, in der überkommene Konzepte von Männlichkeit immer noch den Ton angeben.
Die überaus bildgewaltigen (Selbst)Inszenierungen der Band als moderne Hexen sorgen schnell für Aufmerksamkeit, sind aber viel mehr als ein bloßer Marketing-Gag. „Witch Club Satan“ versteht sich als dezidiert politische und feministische Band, ihre Auftritte sind betörende Performances, ihre Songs handeln von Mutterschaft und Menstruation, Gewalt, Rassismus, Krieg und der Sorge um die Umwelt. Wie die Band selbst, so ist auch der Film über sie ein ebenso verstörendes wie empowerndes Erlebnis voller Energie und Widerständigkeit. (Joachim Kurz)