
Leah Galants Vater, Sohn eines Holocaust-Überlebenden, hat noch nie ein Denkmal besucht. Seine Tochter geht zum Studium der Holocaust-Erinnerungskultur nach Berlin. Dort wird sie nicht nur mit zahlreichen Gedenkstätten konfrontiert, sondern begegnet Menschen, die unterschiedlichste Bezüge zum Umgang mit den Traumata der Vergangenheit haben. Der junge Historiker Johannes, dessen Großvater Nazitäter war, der Animationskünstler Eli, dessen Urgroßvater nach Sachsenhausen deportiert wurde, der palästinensische Straßenkünstler Michael, der gegen das Stummschalten pro-palästinensischer Stimmen protestiert. Sie alle suchen ihren eigenen Weg, mit Gewalttaten der Vergangenheit und Gegenwart umzugehen. Dabei stellt der Film die Frage, wie eine sinnvolle Erinnerungskultur aussieht und wer die Kontrolle dafür übernehmen sollte – nicht zuletzt angesichts der zunehmenden Popularität der AfD. Über die politische Dimension hinaus beleuchtet LANDSCAPES OF MEMORY Erinnerung auch auf persönlicher Ebene, beispielsweise über Fotos, ein Familienvideo, das die Filmemacherin als Kleinkind zeigt, oder eine Anrufbeantworteransage ihres am Ende des Films verstorbenen Vaters. (Anja Klauck)