
EISFRAUEN erinnert an drei frühe Pionierinnen der Arktis, die trotz ihrer atemberaubenden Geschichten weitgehend unbekannt blieben. Josephine Peary überwintert alleine auf Grönland, während ihr Mann als erster Mensch den Nordpol erreichen will. Sie bringt im Eis ihr Kind zur Welt und nutzt die Zeit, um Kultur und Sprache der Inuit zu erkunden. Ada Blackjack, misshandelte Iñupiat-Näherin, überlebt als einzige eine gescheiterte Expedition mit vier Männern zur arktischen Wrangelinsel, indem sie sich monatelang mit der Natur arrangiert. Louise Arner Boyd emanzipiert sich von ihrem reichen Vater, indem sie ihr Erbe für selbst organisierte Polarexpeditionen nutzt. Als Autodidaktin findet sie ihre wahre Bestimmung darin, die arktische Welt zu verstehen. Der Film demontiert das männlich geprägte Narrativ der Polarforschung und zeigt ihre kolonialen und patriarchalen Strukturen. Lange Zeit galt die Arktis als menschenleerer Raum, in dem weiße Männer Regionen eroberten, die bewohnt und kulturell entwickelt waren. Anhand faszinierender Bilder und Berichte, sehen wir die schwindende Arktis neu und erfahren von der Wirkung der Eisfrauen auf heutige Bewohnerinnen und Forschende. (Livia Theuer)