
CN: Gewalt
Göran Hugo Olsson („The Black Power Mixtape 1967-1975“, „Concerning Violence“) beschrieb diesen Film zur Weltpremiere in Venedig als seine bis dato schmerzvollste Regiearbeit. Akribisch setzte er sich für ISRAEL PALESTINE ON SWEDISH TV 1958–1989 mit einem der weltweit größten TV-Archive zum Nahostkonflikt auseinander und montierte mit seinem Team unzählige analoge Aufnahmen aus Sendeformaten zu einem monumentalen Essay über die journalistische Aufarbeitung der Ursprünge und Eskalationsspiralen des Konflikts. 1958 begann das schwedische Fernsehen zu senden, bis 1989 war das Programm rein öffentlich-rechtlich, anschließend setzte die Privatisierung ein. Somit leistet Olssons Film nicht nur Friedensarbeit mit künstlerischen Mitteln und einen essenziellen Beitrag zur Analyse des Konflikts, sondern kommentiert auch scharf die Mediengeschichte seines Landes. Olsson demonstriert die Fähigkeit des Kinos, aus der Geschichte heraus einen neuen Blick auf die Gegenwart zu werfen. Das Vergangene wird befragt, um die Gegenwart und vielleicht die Zukunft zu denken – und vor allem zu zeigen, was in der heute immer kurzlebigeren Öffentlichkeit wegbricht: das Widersprüchliche und Komplizierte. (Dennis Vetter)