Eine Krankheit wie ein Gedicht

| DokfestGeneration / junges dokfest 4: Eine Krankheit wie ein Gedicht
(Gloria)

„Drogeninduzierte, chronifizierte schizoaffektive Psychose des manischen Formenkreises, Typ polytox, kein Morphintyp“ – so lautet die Diagnose des Vaters der Regisseurin Jelena Ilić. Weil dieser während einer psychotischen Episode eine schwere Körperverletzung beging, sitzt er im Maßregelvollzug. Doch dann rückt die Freilassung näher und seine Tochter versucht sich darauf vorzubereiten. Denn dieser Mann, den sie kaum anders kennt als krank, ist doch auch ihr Vater, mit dem sie vieles teilt und den sie liebt. Und er ist ein Künstler, der mit Fotografien, Malereien und Skulpturen das auszudrücken versucht, was in ihm vorgeht. Und so ist es auch die Kunst, die sie in dieser Zeit verbindet: Ein Comicbuch, in dem Vater und Tochter ihre Erinnerungen und ihre Gefühle abwechselnd festhalten, bildet die Grundlage für einen Film, der voller Wärme, Humor und großer visueller Kraft von einer Wiederannäherung erzählt, von umgekehrten Eltern-Kind-Rollen, davon, wie man eine Krankheit wie diese begreifen und damit leben kann – und damit letztendlich auch vom Ende der Angst und dem Fortbestand einer Liebe, die zahlreichen Widrigkeiten trotzen muss. (Joachim Kurz)

  • Dauer: 85 Min.
  • Länder: Deutschland
  • Sprache: Deutsch
  • Untertitel: Deutsch
  • Produktionsjahr: 2026