
Eirini Vourloumis beschreibt sich selbst als Nachtgeschöpf und so verwundert es kaum, dass der größte Teil ihres Debütfilms THE WAY ELSEWHERE in einem nächtlichen Athen stattfindet. Sie begleitet drei Taxifahrer auf ihren Fahrten durch das Dunkel: Konstantinos steht kurz vor der Rente, liebt die Natur und lauscht liebend gerne den Eulen am Parthenon. Sunny war einst ein berühmter Schauspieler in Nigeria, bevor es ihn nach Griechenland verschlagen hat. Und Giorgos führt ein zweites Leben als charismatischer Schlagersänger. Drei Männer, drei Schicksale, die der Film mit leichter Hand zusammenführt. Wie in Jim Jarmuschs Episodenfilm „Night on Earth“ wird das Taxi hier zum Begegnungsraum und zum Ort von Träumen, Sehnsüchten, Geständnissen und Lebensgeschichten. Dass die griechisch-indonesische Regisseurin eigentlich aus dem Fotojournalismus kommt und für Publikationen wie The New York Times oder Le Monde arbeitet, sieht man ihrem wunderschönen Werk auf den ersten Blick an. Durch ihren geschulten Blick werden die Athener Nächte, durch die sie ihre Protagonist*innen begleitet, zu einem aufregenden Fest der Bilder – und das nicht nur für Nachtschwärmer*innen. (Joachim Kurz)