Atlas de la Desaparición (Atlas of Disappearance)
Für viele Familien in Spanien ist die Franco-Diktatur nicht vergessen. Sie sind nach 80 Jahren fehlender Aufarbeitung noch immer auf der Suche nach ihren Familienmitgliedern, die damals verschleppt und ermordet wurden. Die Spuren wurden verwischt, so blieben die Toten ohne Gräber und die Lebenden ohne Antworten. Der Film ist eine Reaktion auf dieses institutionelle Schweigen. Inspiriert von der Zeit als Teil des Kollektivs „Forensic Architecture“ gründete Manuel Correa die „Oficina de Investigación Documental“ (OID), eine transdisziplinäre Forschungseinheit, die sich aus Geograf*innen, Filmemacher*innen, Architekt*innen und Künstler*innen zusammensetzt. Durch digitale Kartierung, forensische Rekonstruktion und ortsbezogene Zeug*innenaussagen arbeitet das OID daran, ein kollektives und zugängliches Archiv zu schaffen. So finden die Angehörigen einen Ort, an dem sie trauern und Gerechtigkeit einfordern können. Im Film folgen wir Menschen bei ihrer Suche, Daten und Dokumente werden zu persönlichen Geschichten. In einem Europa, in dem Autoritarismus wieder deutlich an Stärke gewinnt, stellt Correa diesen Tendenzen ein filmisches Archiv entgegen, das auf kollektiver Fürsorge basiert. (Sita Scherer)… >>>
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- Dauer: 84 Min.
- Regie: Manuel Correa
