Das Kasseler
Dokumentarfilm- und Videofest erweiterte 2014 sein Profil um die Präsentation
eines europäischen Film- und Medienverleihs. Dabei sollen strukturelle sowie
inhaltliche Aspekte der kuratorischen Tätigkeit einen Diskussionsraum finden.
Video Power ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Maastricht,
Niederlande, die sich prozessorientierten und experimentellen Filmpraktiken
widmet und sich darauf konzentriert, Filmemacher*innen zu unterstützen, deren
Motivation zutiefst persönlich ist und die den Prozess des Filmemachens ebenso
schätzen wie das Ergebnis.
Das Programm soll die
Vielfalt der von Video Power unterstützten Praktiken hervorheben. Die Bedeutung
des Filmemachens steht im Mittelpunkt jeder Arbeit und oszilliert zwischen
spielerischer Improvisation, konzeptuellen Erkundungen und introspektiven Untersuchungen. Durch Versuche,
Experimente, Herausforderungen, Misserfolge und Erfolge arbeiten sich die
Filmemacher*innen mit Mut und Bereitschaft voran und singen dabei in einer
einzigartigen Tonart. Gleichzeitig folgen sie einem starken Ruf nach
Zusammengehörigkeit und bekämpfen die Entfremdung mit jedem einzelnen Film.
Nachdem Helen bei einer Tombola in ihrem örtlichen Dorfgemeinschaftshaus eine Life-Coaching-Sitzung gewonnen hat, wird sie durch die Hilfe geführt, die sie eigentlich nie gebraucht hat. Zusammen mit ihrer Life-Coach Hazel erkunden sie Heilungsstrategien, um mit Angst, Ablehnung und Trauer umzugehen, und werfen dabei die wichtige Frage auf, wem dieser Schmerz eigentlich gehört.
Ausgehend von den intimen und oft komplizierten Beziehungen zwischen Vätern und Söhnen untersucht DREAMS OF MY FATHER Erinnerungen und Visionen von Gott, Göttern und Geistern und deren Auswirkungen auf das Familienleben.
Ein Vortrag eines vieldeutigen Professors, der in einer Mischung aus Reimen, sprunghaften Gedanken, Geschichten, Wiederholungen und tatsächlichen Fakten und unter Verwendung von Requisiten zur Veranschaulichung seiner Argumente die Art und Weise hinterfragt, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen und verstehen.
Ein*e polyphone*r Erzähler*in – Filmemacher*in, Elternteil, Wald, Insekten, Pilze, Kinderbetreuer*in – erklärt, sich nicht länger in der Arbeitswelt ausbeuten zu lassen und konstatiert die Notwendigkeit, sich kollektiven Widerstandsgruppen anzuschließen. Wer hat die Lesbarkeit angeordnet? In einer Beschwörungsformel, die Autorität heraufbeschwören soll, enthüllt der Film die Zusammenhänge zwischen der Erfindung der Kernfamilie und bewirtschafteten Waldparzellen als kontrollierbare, normalisierte Einheiten der Rentabilität. EXTRA LIFE (AND DECAY) feiert Gastfreundschaft als Überlebensinstrument im Kampf gegen die morbide Politik der Isolation. Eine Ode an die Vielfalt, das Unlesbare, das Unmessbare.