Wie erzählen Frauen Geschichten über Frauen und wie verändert das unseren Blick auf Erinnerung, Begehren und Gemeinschaft? Die Filme dieses Programms verhandeln verdrängte Traumata, selbstbestimmte Sexualität und alternative Formen des Zusammenlebens. Sie reflektieren über den männlichen Blick und die Neuschreibung von Geschichte aus weiblicher Perspektive, über Intimität und Begehren jenseits normativer Grenzen. Mit essayistischen, dokumentarischen und poetischen Strategien übersetzen sie kollektive wie individuelle Erfahrungen ins Filmische. (Anna Melikova)
CN: Sexualisierte Gewalt Der Film führt uns zu den Bildern der frühen Jugend zurück, um Erlebnisse sichtbar zu machen, die sonst verschwiegen bleiben. Ausgehend von einem alten Home-Video, das die Regisseurin mit 13 Jahren drehte, erinnert sie sich an den Sommer, in dem sie das erste Mal den männlichen Blick als objektivierend und bedrohlich erlebte. Eine emotionale Reise zwischen zwei Erzählungen und eine Reflexion über kollektives Gedächtnis.
In Briefen erinnern sich Emilia und Caterina an ihre Jugend in einem Internat der 1950er Jahre. Haben sie das Leben geführt, das sie wirklich wollten, oder nur das, was ihnen erlaubt war? Der Film kombiniert intime Briefe mit wiederverwendeten Amateur-Archivaufnahmen und interpretiert männlich dominierte Familienbilder aus weiblicher Perspektive neu. Dabei bietet er zwei Blickwinkel, die Erinnerung und Sehnsucht und die Neuschreibung von Geschichte miteinander verflechten.
Polyamorie als Praxis und als Erzählung: Die Filmemacherin erkundet die Idee, dass alle Partner*innen gleichermaßen geliebt werden können. Die Geschichte beginnt mit einer Reihe romantischer Begegnungen aus einer sehr persönlichen Perspektive, die sich mit Offenheit und Neugierde entfalten. Doch als sich eine Beziehung intensiviert, fängt die Filmemacherin an, ihre eigene Prämisse in Frage zu stellen und lenkt die Erzählung in eine andere Richtung. Ist die glückliche Polyamorie nur ein abstraktes Konzept oder kann sie in der Realität ausgelebt werden?
Ein intimes Porträt einer Berliner lesbisch-feministischen Gemeinschaft, die 1981 durch eine Hausbesetzung entstand. Seit über 40 Jahren wohnen dort Frauen ohne Männer und ohne Kinder – ein radikales Modell des Zusammenlebens, das einst viele anzog. Heute aber, da die Bewohnerinnen älter werden und neue Mitstreiterinnen schwer zu finden sind, zeigt der Film die Herausforderungen und die Fragilität dieses kollektiven Lebensentwurfs.
In den meisten Mittel- und Oberschulen in Japan gibt es verbindliche Regeln, wie die Jugendlichen ihr Haar oder ihre Uniform tragen dürfen. OBEY, OBEY ist ein Hairstyle-Tutorial, mit dem man den gehorsamen japanischen Schüler*innen-Look perfekt hinbekommt.