Die noch unbekannten Tage
Zur gleichen Zeit, als bei ihrer Mutter eine beginnende Demenz diagnostiziert wird, erfährt die Regisseurin Jola Wieczorek von ihrer Schwangerschaft. Diese gleich zweifach bedeutsame Veränderung in ihrem Leben bringt sie dazu, sich filmisch auf eine Reise zu ihren Wurzeln und den Erfahrungen ihrer Familie zu begeben, die Ende der 1980er Jahre von Polen nach Österreich kam. Ihre doppelte Suchbewegung dient dazu, einerseits dem Verblassen der Erinnerungen ihrer Mutter entgegenzuwirken und andererseits dieses Wissen um die eigene Vergangenheit für ihr noch ungeborenes Kind zu bewahren. Also bringt sie ihre Familie zusammen und fährt mit ihnen all die Orte ab, an denen die Reise bis hinein in die Gegenwart begann. Jola Wieczoreks Familie teilt ihre Erfahrungen mit vielen anderen, die nach dem Ende des Eisernen Vorhangs voller Hoffnungen in den Westen kamen. Ihre Geschichten von Aufbruch, Neuanfang und den damit verbundenen Hoffnungen finden sich aber kaum in Büchern oder Filmen wieder und harren bis heute einer Aufarbeitung. DIE NOCH UNBEKANNTEN TAGE ist ein sehr berührender und persönlich gehaltener Versuch über das Weggehen und das Ankommen, über das, was man zurücklässt und das, was man (vielleicht) findet. (Joachim Kurz)
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- Dauer: 81 Min.
- Regie: Jola Wieczorek
