Spielerinnen
Arzu, Türkan, Nalan und
Nazan, die Teenagerinnen aus „Mädchen am Ball“ (Aysun Bademsoy, DE 1995), sind
jetzt selbstständige, tatkräftige und vielbeschäftigte Mittvierzigerinnen,
deren Leben sich zwischen Beruf und Familie abspielt. Sie sind selbstbewusster
und ausgeglichener, wenngleich zu sehen ist, dass es für sie nicht einfach ist,
sich im Alltag durchzukämpfen. Die Begegnung mit und die Fragen von Aysun
Bademsoy führen zu kurzen Momenten des Innehaltens und Nachdenkens. Eine
Rückschau und Verortung, in der auch die Töchter der Protagonistinnen mit
einbezogen werden. Im Dialog entsteht so eine Betrachtung weiblicher
Identitätskonzepte von damals und heute. Wir sehen eine junge Generation, die
zwischen scheinbar freier Selbstdarstellung im Internet und gleichzeitigem
Rückzug auf traditionelle Bezugspunkte und Sicherheitsversprechen lebt. Bei
ihren Eltern stößt dies teilweise auf Unverständnis und Verwunderung.
Mit SPIELERINNEN gelingt Bademsoy nicht nur ein präziser Blick in die
Vergangenheit und auf die Gegenwart, sondern auch ein Dialog zwischen den
Generationen und eine vielschichtige Montage deutsch-türkischer Perspektiven. (Sarah Adam)
- Dauer: 86 Min.
- Regie: Aysun Bademsoy
