Rebecca Horn – Die Seele der Dinge


(Gloria)

Rebecca Horn – Die Seele der Dinge

Viermal war die 2024 verstorbene Künstlerin Rebecca Horn in Kassel bei der documenta vertreten – in den Jahren 1972, 1977, 1982 und 1992. Ihre kinetischen Objekte, Installationen und Filme, ihre Texte, Zeichnungen und Performances haben den Kunstbegriff des 20. Jahrhunderts mit geprägt und erweitert, ihre Arbeiten haben Grenzen überschritten und die Möglichkeiten des künstlerischen Ausdrucks neu definiert. Das vielfach ausgezeichnete Multitalent gilt national wie international als eine der wichtigsten Künstlerinnen der Gegenwart; Horns Werke faszinieren und begeistern bis heute. Die Filmemacherin Claudia Müller („Elfriede Jelinek – Die Sprache von der Leine lassen“), selbst eine ausgewiesene Kunstkennerin, die zahlreiche Dokumentationen und Beiträge über Künstlerinnen wie Jenny Holzer, Valie Export und Kiki Smith realisierte, folgt den Spuren, die Rebecca Horn im Leben wie in der Kunst hinterlassen hat. Müllers Porträt einer beeindruckenden Persönlichkeit verschränkt Privates mit dem künstlerischen Schaffen auf eine Weise, die Horns Ideen, Themen und Motive begreiflich und sinnlich erfahrbar macht, ohne den Werken ihre Magie zu rauben. Der Film zeigt neben den performativen und installativen Arbeiten auch die Leidenschaft von Rebecca Horn für den Film als Medium ausführlich. Ihre eigenen Werke sind oft nicht live oder vor Ort sichtbar, sondern übersetzt in bewegtes Bild. Ein Höhepunkt in ihrem Schaffenswerk ist sicherlich „Buster’s Bedroom“. Der surreale Spielfilm gedreht 1990 in dem Sanatorium „Nirvana House“ ist eine Hommage an den Stummfilm- Komiker Buster Keaton. REBECCA HORN – DIE SEELE DER DINGE ist aber mehr als die biografische Erforschung des Lebens einer Künstlerin. Vielmehr betrachtet der Film – durch Statements von u.a. Marina Abramović, Valie Export und Nancy Spector – auch die Rolle der Künstlerin in einer von Männern dominierten Kunstwelt und seinen Marktmechanismen. Erinnert sei an dieser Stelle exemplarisch an die documenta IX von Jan Hoet. Unter seiner künstlerischen Leitung waren 1992 unter den 190 künstlerischen Positionen nur 27 von Frauen. (Joachim Kurz, Gerhard Wissner Ventura)


… >>>

  • Dauer: 91 Min.
  • Regie: Claudia Müller