Guten Abend, du Schöne
Die Filmemacherin Ina Borrmann hat einige jener Frauen ausfindig gemacht, die in den 1970ern von der in der DDR lebenden Wienerin Maxie Wander interviewt wurden. Wander machte aus den Gesprächsprotokollen ein literarisches Werk. „Guten Morgen, du Schöne“ wurde zu einem der wichtigsten Bücher der DDR und schlug auch im Westen ein. Die 19 anonymen Frauen unterschiedlicher Generationen und Herkunft gaben Einblicke in ihr Innerstes und in ihr Land, so wie sie es erlebten. Wander interessierte sich in einem System des Kollektivs für den einzelnen Menschen, insbesondere für die eigenen Geschlechtsgenossinnen, die offiziell als gleichberechtigt galten, aber wie ihre Westschwestern im Patriarchat feststeckten. Fast 50 Jahre später gibt der Film ihnen ein Gesicht und die Möglichkeit, erneut mit berührender Offenheit ihren Lebensweg zu reflektieren: familiäre Prägung, Partnerschaft, Liebe und Alter, Erfahrungen mit der Diktatur. Collagierte Schnipsel aus der „Open Memory Box“, einer Sammlung privater DDR-Schmalfilme, sind bildliche Entsprechung ihrer Erinnerungen. Zusammen mit den sehr persönlichen aktuellen Aufnahmen wirken sie als filmisches Gegenmittel zum deutsch-deutschen Auseinanderdriften. (Livia Theuer)… >>>
- Dauer: 99 Min.
- Regie: Ina Borrmann
