Az Zeeb
Nach dem Tod seiner Großmutter väterlicherseits im Jahr 2017, findet der chilenische Filmemacher Rafael Guendelman Super-8-Filmrollen, dazu Dias und Notizbücher, die die jüdische Familie seines Vaters, ihre Auswanderung nach Israel und ihre Rückkehr nach Chile dokumentieren. Seine Mutter ist Palästinenserin, und ihre Familie hat kein vergleichbares Archiv. Guendelman reist nach Palästina, um Az-Zeeb zu finden, das Dorf, aus dem die Familie seiner Mutter vertrieben wurde. Er filmt selbst auf Super 8 und schafft ein Archiv, wo es keines gab. Erzählungen der Familie, geerbte Filmrollen und seine eigenen Aufnahmen schichten sich übereinander, bis Vergangenheit und Gegenwart zu einer einzigen Erzählung verschmelzen, die Geschichten miteinander verwebt. Politische Repression und Landschaften hallen zwischen Chile und Palästina nach, und das wacklige, handgeführte Super 8 verwischt die Grenze zwischen damals und heute, hier und dort. Stimmen lösen sich mitunter von den Bildern, die sie begleiten, und hinterlassen ein anhaltendes Gefühl der Entwurzelung. Es entsteht ein geisterhaftes Gegenarchiv, eine flüchtige Reise, die lange Verschwiegenes innerhalb der Familie an die Oberfläche bringt. (Senem Aytaç)… >>>
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- Dauer: 86 Min.
- Regie: Rafael Guendelman
