Bilder der Welt und Bilder von uns Selbst: Das Kino kennt Wege, den Blick in das, was uns umgibt und den Blick auf das, das in großer Ferne liegt, aber auch den Blick in den Spiegel zusammenzubringen – zwei Richtungen, die sich nie ganz unabhängig voneinander denken lassen. Die Filme des Programms sortieren ihre Bilder mal, mal tauchen sie ganz ein in den Wirbel gegenwärtiger Bilderströme. Immer mit der Frage, wo wir selbst in ihnen auftauchen. Aus den Bildern der Welt formen sie neue: solche, in denen wir uns selbst versichern können und solche, die die Absurdität der Welt, die durchaus schmerzhaft sein kann, weiterschrauben, bis sich ihr mit Lachen entgegentreten lässt. (Sebastian Markt)
Memes sind eine Kommunikationsform der Gegenwart, die über Imitation und Wiederholung, Aneignung und Variation funktionieren. Sieben junge Frauen, die einen guten Teil ihrer Jugend auf bzw. mit TikTok verbracht haben, und jetzt an der Schwelle zum Erwachsenwerden stehen, führen die Gesten, Sätze und Tänze auf, die zum Vokabular ihrer Online-Persönlichkeiten zählten. In ihren Kinderzimmern treffen zuhause als intimster Ort und die Öffentlichkeit Sozialer Medien aufeinander. Dort verwandeln die Frauen Muster in Individualität und formen einen Chor schwesterlicher Verbundenheit.
CN: Depression, Suizid Zwischen dokumentarischem Beobachten und fiktionalem Gestalten spielen Jugendliche Jugendliche, die sie nicht sind, aber doch sein könnten. Auf Autofahrten, beim Abhängen an Orten und Unorten entstehen Zwiegespräche, die die Wirklichkeit herausfordern: Über den Schatten der eigenen Gefühle springen, übers Umgehen mit den schwierigsten Emotionen, über das Urteil, das andere über einen fällen. Wie wäre es, wenn es anders wäre, wenn man wer anderes wäre?
„Ich frage mich oft, wie alt ich eigentlich bin“, sagt die Regisseurin zu Beginn. 20.000 Bilder des Familienarchivs hat sie durchgesehen und bringt sie in eine Ordnung, die der Film ist. Bilder von Geburtstagstischen treten hervor – und besonders die Kuchen. Aber was erzählen diese Bilder? Was erfährt die junge Frau durch sie von sich selbst? Was hat die Person in den Bildern mit der Erwachsenen zu tun, die über sie nachdenkt? Was bedeutet es, diese Bilder anzusehen? Ein kleiner Essay über den Akt der Erinnerung.… >>>
Das sehr kleine Kleid einer Polly Pocket-Puppe erregt die Aufmerksamkeit eines Zwillingspaares, das sich nicht in allem gleicht. Das Geplänkel über das Puppenkleid ist albern, und gewinnt dabei philosophische Tiefe, die Rede schwappt über aufs Bild. Gerade ging es noch um Spielzeug, schon stecken sie drin in der Frage danach, was Kunst zu Kunst macht, und wie man man selbst sein kann, wenn man doch auch zwei ist.
CN: Gewalt Eine Frau will unbedingt die Unmengen Gatorade loswerden, die sie zuhause selbst gebraut hat und findet eine willige Abnehmerin im Internet. Also begibt sie sich auf einen Roadtrip, der durch ein verfallendes US-Amerika von Highways und unheimlichen Tankstellen ebenso führt, wie durch die bizarre Welt von Internetforen, aus denen sie sich auch am Steuer nicht so ganz lösen kann. In der grotesken Animation, die mehr und mehr zu einem Alptraum gerät, spiegelt sich eine aus den Fugen geratene Welt zutiefst komisch und bedrückend zugleich.