
Do., 20.11., 18:30 – 20:00 Uhr
Schlafende Architekt*innen, jodelnde Muscheln, Hyperinflation – in den filmischen Arbeiten von Julian Irlinger verschmelzen traumartige Elemente mit historischen Ereignissen zu dichten Bildwelten, die eine Auseinandersetzung mit visuellen Codes und Bildpolitiken eröffnen. Im Fokus steht dabei unter anderem das Notgeld der Weimarer Republik, der mysteriöse Tod Ludwigs II. oder ein Großraumbüro der Nachkriegsmoderne.
Mittels stilistisch vielfältiger Techniken, darunter handgezeichnete Cel-Animation, reflektiert der Künstler die Erzählstrategien und Bildsprachen von Mid Century Modern Animationsstudios, sowie klassischer Walt-Disney-Trickfilme. Im Rückgriff auf Archivmaterial, gefundene Bilder und historische Gestaltungssprachen hinterfragen die Werke dominante Geschichtsnarrative, ihre kulturellen Repräsentationen und die ideologischen Strukturen, die ihnen eingeschrieben sind.
Der Artist Talk gibt Einblick in die Hintergründe und die Entstehung der Animationen sowie in die Installationen, die der Künstler zu deren Präsentation entwirft. Dabei wird beleuchtet, welche Rolle diese in der künstlerischen Praxis von Julian Irlinger spielen, dessen Werk neben Film auch Zeichnung, Fotografie und Skulptur umfasst.
Einführung: Jasmin Meinold (Kuratorische Mitarbeiterin), Fridericianum
Screening:
The Curtain of Time, 2025 (16 mm film transfer to HD, color, sound, Länge: 10:50 Min., Loop)
Ludwig, 2024 (4K, color, sound, Länge: 8 Min., Loop)
Fragments of a Crisis, 2023 (4k, color, sound, Länge: 11:30 Min.)
Im Anschluss: Gespräch mit dem Künstler (auf Deutsch)