Kolyma - Straße der Knochen


Filmladen

„Herzlich willkommen auf Kolyma – dem goldenen Herzen Russlands!“ sagt ein Schild am Flughafen von Magadan, einer Hafenstadt im bitterkalten Nordosten Sibiriens. Doch um ein Touristenziel handelt es sich hier mitnichten. Das „Tor zur Hölle“ wird die Bucht der Stadt auch genannt, in der unzählige Strafgefangene unter Stalin ankamen. Hier beginnt eine von Gulag-Häftlingen gebaute Fernstraße. KOLYMA – STRASSE DER KNOCHEN ist ein Roadmovie entlang dieser 2.000 Kilometer langen Straße, von Magadan bis Jakutsk, der im Winter kältesten Großstadt weltweit, das Menschen mit ihren persönlichen Erinnerungen zu Wort kommen lässt. Angefangen mit der jungen Hot-Dog-Verkäuferin, die nicht weiß, was ein Gulag ist („Meinen Sie Gulasch?“), über einen aus der West-Ukraine stammenden ehemaligen Major im Verteidigungsministerium, bis hin zu einer Ex-Gefangenen, die im Lager ihren Ehemann gefunden hat. Die Stärke von Stanislaw Muchas Filmen ist, dass er „echte Typen“ findet, die bisweilen ein gewisses Maß an Schrägheit aufweisen. Da gibt es einen Hobbyphysiker, der in seinem „Labor“ versucht, dem Geheimnis der Verjüngung auf die Spur zu kommen und dabei auch vor Experimenten mit seinem Vater nicht zurückschreckt. Oder den Bewohner eines Mehrfamilienhauses, den Minus 50 Grad nicht davon abhalten, sich mit nacktem Oberkörper aus dem vereisten Fenster zu lehnen, während er mit dem Filmemacher spricht. „Mein Ziel ist, filmisch einzufangen, wie es sich an einem solchen Ort heute lebt. Kann man dort lieben, lachen oder glücklich sein? Wie weint es sich dort heute und warum? Wie gebärt man und erzieht die Kinder? Wie verdient man Geld, säuft Wodka, singt oder stirbt? Ich will mir anschauen, wie man dort Brot bäckt, betet, sich streitet oder prügelt. Und wovon man träumt, falls man dort überhaupt vor Kälte träumt.“ (Stanislaw Mucha)

  • Dauer: 01:25:16 Min.
  • Länder: Germany
  • Sprache: Russian
  • Untertitel: Gaerman
  • Produktionsjahr: 2017
  • Regie: Stanislaw Mucha
  • Produktion: Gerd Haag
  • Musik: Eike Hosenfeld