Unter dem Sand


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Archive und die Konstruktion von Wissen, Erinnerung und Geschichte sind oft Macht- und Gewaltstrukturen unterlegen. Welche neuen Formen eines widerständigen Erinnerns von Geschichte können beschrieben und diskutiert werden? Zwei Filmemacherinnen zeigen uns zwei Perspektiven über den Umgang mit Gegennarrationen. An der Schnittstelle von persönlichen und öffentlichen Archiven beschreiben sie Wege einer subversiven Erzählung. Beide Filme spielen dabei mit der Frage, inwiefern Erzählungen und Archivierungen zuverlässige Quellen des Erinnerns sein können, wenn diese verhüllt sind in einer parteiischen Kolonialperspektive, gewandelt in verleugnende Unterhaltung und Vorspiel. Im Programm UNTER DEM SAND werden aus feministischer, dekolonialer und gesellschaftskritischer Sicht eigene Positionen und Produktionsprozesse von Bildern neu gedacht. Der Akt der Erinnerung ist auch ein Weiterschreiben von Biografie(n) – ein schöpferischer Akt der Neubetrachtung von Geschichte(n). (Cana Bilir-Meier)

Yek Tasveer, Do Bardasht

ONE IMAGE, TWO ACTS entwirrt die vielfältigen und miteinander verflochtenen Systeme von Ölinfrastrukturen, die sich über unwahrscheinliche geografische Rräume erstreckt und deren Beschaffenheit stets dem Lauf der Zeit unterlegen sind. Anhand der Film- und Fotoarchive von British Petroleum (BP) verfolgt der Film die Operationen im Iran, Irak und in Kuwait und zeigt die visuellen und medialen Infrastrukturen, die Öl als Mittel der Macht im kolonialen Weltbild verankern. In diesem Zusammenhang betrachtet der Film BPs weitverbreitetes Netz von Kinos in den Öl-Städten im Südwest Iran und folgt der Transformation dieser wachsenden Bild-Ökonomie, indem es die nationalistische Bewegung und das anti-koloniale Kino zwischen 1950-1980 im Iran konturiert.… >>>

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  • Dauer: 44 Min.
  • Premiere: Weltpremiere
  • Nominierung: Goldener Schlüssel
    • Regie: Sanaz Sohrabi