Il n'y aura plus de nuit


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Il n'y aura plus de nuit

Es sind die Bilder, die wir ohne zu zögern als Teil der Ikonografie des modernen Krieges erkennen: Diese dunklen Bewegtbilder, die wirken wie Negativaufnahmen. In denen die unbewegte Landschaft schwarz bleibt und nur hell leuchtet, was Wärme abstrahlt. Fahrzeuge in Bewegung, stehende, gehende oder rennende, geisterhafte Silhouetten – und in der Mitte ein unerbittliches Fadenkreuz, das visuelle Damoklesschwert dieser sogenannten „chirurgischen Militäreinsätze“. IL N'Y AURA PLUS DE NUIT basiert auf Videoaufnahmen, aufgenommen von Helikopterbesatzungen der US-amerikanischen und französischen Streitkräfte während ihrer Einsätze in Afghanistan, im Irak oder in Syrien. Die Kameras sind direkt an das Blickfeld der Bordschütz*innen gekoppelt und zeigen also das, was die Schütz*innen vor, während und nach dem Feuern sehen. Und nicht nur was sie sehen. Auch ihre Stimmen sind zu hören und die ihrer Vorgesetzten in einem weit entfernten Stützpunkt. Wir folgen einer Entscheidungskette hin zum Einsatz tödlicher Gewalt, die allein auf dem Augenschein des Kameraauges beruht. Es ist die Inszenierung eines hochtechnisierten Krieges, einer militärischen Objektivität, eines präzisen Tötens, die diese Bilder anbieten. Die technische Aufrüstung des Blickes durch Hochleistungsnachtsichtgeräte behauptet das Ende jeden visuellen Zweifels, das Ende einer möglichen Unsichtbarkeit, die vollständige Sichtbarmachung der Welt. Eléonore Weber seziert diese zu Propagandazwecken entstandenen Aufnahmen und versteht sie als Ausgangspunkt für eine Reflexion über den Wunsch, so viel wie möglich zu sehen und wohin es führt, wenn es angeblich keine Limitierung der Sichtbarkeit mehr gibt. (Jens Geiger)… >>>

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  • Dauer: 76 Min.
  • Premiere: Deutschlandpremiere
    • Regie: Eléonore Weber