Res Creata


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Res Creata

Wer sind Tiere eigentlich? Warum lieben wir sie? Warum töten wir sie? Sind wir wirklich so anders? RES CREATA (lateinisch, eine ununterschiedene Totalität lebendiger Wesen) stellt solche und ähnliche philosophische Fragen – und zwar Menschen, die ein besonderes Verhältnis zu Tieren haben und sich sehr intensiv mit der Beziehung von Mensch und Tier auseinandersetzen. Ein ehemals bekannter Punk-Songwriter zieht sich in die Wärme eines Stalls in den Apenninen zurück. Der Atem stockt, angesichts des Mutes von Reiter*innen und Pferden, die halsbrecherische Akrobatik-Ritte im verlassenen Sardinien praktizieren. Ein gestrandeter Wal wird von Passant*innen betrauert. Eine Diskussion mit dem Philosophen Felici Cimatti über den Anthropozentrismus und die Hierarchie zwischen Menschen und Tieren, ist mit Aufnahmen aus einem Naturkundemuseum unterlegt. Und ein Zoomusikologe vergleicht die Struktur eines Froschkonzerts mit einer Beethovensymphonie. – Die Menschen erzählen von ihrem Leben, denken laut nach und es entstehen vor der Kamera unwiederbringliche Konstellationen in Gesellschaft von Menschen und Tieren mit einzigartigen Momenten der Begegnung. In der Montage ist aus diesen Momenten ein poetischer Reigen gelungen, der dazu einlädt, die anklingenden biografischen Fragmente spekulativ zu erweitern und/oder eigene Erfahrungen mit Tieren mit neuen Augen zu sehen. Das Tier-Werden als ethische Forderung eines Miteinanders, das seit Deleuze/Guattaris „Tausend Plateaus“ (1980) voreilige Kategorisierungen von Lebewesen vermeidet und dafür plädiert, die eigene Rolle und Position in jedem Begegnungsprozess neu entstehen zu lassen, wird hier anschaulich und als alternative Lebensform erfahrbar. (Christina Zimmermann)… >>>

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  • Dauer: 80 Min.
  • Premiere: Deutschlandpremiere
    • Regie: Alessandro Cattaneo