Scheme Birds


Gloria Kino

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Scheme Birds

Motherwell war einst die Stahlmetropole Schottlands. Als die dortige Produktion unter Thatcher in den 1990er Jahren stillgelegt wird, mutiert der ehemalige Wirtschaftsknotenpunkt zum sozialen Brennpunkt. Jobs für die Jugend gibt es hier keine, junge Mütter dagegen umso mehr. Hier landet man entweder „locked-up“ oder „knocked-up“ – Gefängnis oder Teenagerschwangerschaft sind die Alternativen. Gemmas Mutter hat die Familie verlassen, als sie 18 Monate alt war, aufgewachsen ist sie bei den Großeltern, die Freund*innen dröhnen sich den ganzen Tag zu – mit Drogen, Computerspielen oder Gewalt. Wie schwierig es ist, aus seinem Lebensschema auszubrechen, erfährt die junge Protagonistin am eigenen Leib. Vom Großvater hat sie zumindest zwei Sachen mitbekommen: Was sich Durchboxen konkret heißt, denn im Boxen trainiert er sie. Und was Freiheit heißt, wenn sie die Tauben fliegen sieht, die er züchtet. Sie wird mit 16 Jahren schwanger, kurz danach folgt ihre beste Freundin. Dies scheint der erste Schritt auf dem Weg in ein neues Leben. Weniger mit den Freund*innen um die Häuser ziehen, dafür Strampelanzüge waschen, Baby füttern und Kinderwagen schieben. Alle Zeichen scheinen auf positiv zu stehen, bis die Beziehung mit ihrem Partner zerbricht und die Gewalt wieder Einzug in Gemmas Leben hält. Wird sie den Absprung dennoch schaffen? Eine unglaublich starke Protagonistin, poetische Bilder und ein spürbarer Optimismus trotz der sozialen Härte machen SCHEME BIRDS zu einem sehr berührenden Dokumentarfilm, der die emotionale Wucht der Sozialdramen etablierter britischer Spielfilmregisseure wie Ken Loach oder Mike Leigh erreicht. In ihrer mehrjährigen filmischen Begleitung entwickeln die beiden Filmemacherinnen eine große Nähe zu Gemma, die es den Zuschauer*innen ermöglicht, ihre Geschichte intensiv mitzuerleben. (Anja Klauck)… >>>

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  • Dauer: 87 Min.
  • Nominierung: Goldener Schlüssel
    • Regie: Ellen Fiske, Ellinor Hallin