DokfestGeneration:
The Bubble


(Gloria Kino)

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The Bubble

„Wir wissen, dass wir in einer Bubble leben“, sagt eine Seniorin in die Kamera. „Aber es ist eine schöne Bubble.“ Die Bubble, von der Valerie Blankenbyls Film handelt, heißt „The Villages“, liegt im sonnigen Florida, umfasst 54 Golfplätze, 96 Swimmingpools, zahlreiche Freizeiteinrichtungen und Clubs und beherbergt rund 150.000 Menschen, die dort ihren Ruhestand genießen. Hinter gesicherten Eingangstoren und unter strenger Bewachung lässt es sich hier gut leben – zumindest wenn man das nötige Geld für den nicht ganz billigen Aufenthalt in „The Villages“ hat. Zugleich aber lockt ein sorgenfreies Leben in einem Paradies, wo das Alter keine Rolle spielt, es nahezu kein Verbrechen gibt und Weiße mit mehr als 98% die absolute Mehrheit sind. Zugleich ist „The Villages“ die größte Siedlung von Veteran*innen der US Army innerhalb der USA. Man bleibt eben gern unter seines- und ihresgleichen. Doch die Blase, in der sie leben, hat ihren Preis. Das allerdings weniger für die Bewohner*innen als vielmehr für die Menschen in der Umgebung der Villages. Weil dort die Rasensprenger Tag und Nacht laufen, ist der Grundwasserspiegel in der Gegend schon erheblich abgesunken. Und der massenhafte Zuzug der Senior*innen, die sich überwiegend als glühende Trump-Anhänger*innen entpuppen, haben auch Einfluss auf die politischen Geschicke der Gegend. Und das sind nur ein paar der Probleme, denn die rasche Expansion der Villages bedroht zudem die Existenzgrundlage vieler Farmer*innen in der Gegend. THE BUBBLE verfolgt das Leben innerhalb von The Villages mit scharfem Blick für die Brüche hinter den abgezirkelten Straßen, einheitlichen Häusern und dem akkurat gestutzten Rasen – und wirkt doch wie ein Science-Fiction Film mit leichten Horroranleihen. Fast genauso wichtig, wie das, was die Bilder zeigen, ist das, was sie nicht zeigen. Die Lücken und Leerstellen sind Einfallschneisen für die Fantasie des Publikums und entfachen Neugier, hinter die Kulissen einer Scheinwelt der ewigen Jugend zu blicken. (Joachim Kurz)… >>>

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  • Dauer: 91 Min.
  • Regie: Valerie Blankenbyl