Gedächtnis und Materie


(BALi, KulturBahnhof Kassel)

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Gedächtnis und Wahrnehmung haben eine Gemeinsamkeit: Sie werden vom Bewusstsein, also dem Gehirn, verarbeitet. Dieses Stück Materie tickt allerdings, je nach Situation, ganz unterschiedlich. So ist das von uns Aufgenommene manchmal mehr eine Erscheinung als eine feste Größe. Kommen Medien ins Spiel, wird alles noch verrückter. Sie können unsere Erfahrungen stützen und manipulieren. Da gibt es mitunter Sachen, die es gar nicht gibt. Aus richtig wird falsch und umgekehrt. In diesem Spannungsfeld sehen wir von schleierhaft bis klar und erinnern uns von präzise bis verklärt. In dem Programm helfen uns zum Glück einige Filme beim Zurechtrücken des Erlebten. Oder machen sie alles nur schlimmer? (Thorsten Wagner)

当海里长出森林 (When the Sea Sends Forth a Forest)

Ein alter Mann erinnert sich an seine Erlebnisse in Kambodscha, als die Roten Khmer dort in den 70er Jahren an die Macht kamen. Als Angehörige der chinesischen Minderheit wurde seine Familie vom Regime verfolgt und er musste flüchten. Seine persönliche Erinnerung an diese Zeit ist sehr präzise. Die allgemeinen Bilder die dazu existieren sind jedoch von Propaganda und Gegenpropaganda verzerrt. Der Film setzt 3D-Animationen ins filmische Archivmaterial. Damit schafft er eine visuelle Realität, die sich an den Brüchen der Erzählung ausrichtet. Die persönliche Perspektive wird dadurch mit der kollektiven Wahrnehmung in Bezug gesetzt.… >>>

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  • Dauer: 21 Min.
  • Nominierung: Goldener Schlüssel
    • Regie: Guangli Liu

    Once Upon a Screen: Explosive Paradox

    Ein Mann steht vor einem ehemaligen Kino. Er erinnert sich sehr genau an den Ort und sieht was sich dort alles verändert hat. Hier hat er als Kind einen Film gesehen, für den er damals vielleicht noch viel zu jung gewesen ist. So hat sich dort ein persönliches Leinwand-Trauma für ihn ereignet, das ihn noch heute beschäftigt. Die Gründe, welche die Wirkung des Films für ihn so drastisch werden ließen, liegen weiter in der Vergangenheit. Es sind einschneidende Erfahrungen, die innerhalb der Familie und durch Erlebnisse mit Freund*innen weitergegeben wurden.… >>>

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    • Dauer: 10 Min.
    • Regie: Kevin B. Lee

    Droopy Rose

    „Kein Fernsehen vor elf Uhr am Morgen”, so lautet die Regel. Das Kind, für das diese Regel aufgestellt wurde, ignoriert diese und kann sich so mit Daniela befassen. Daniela ist die Darstellerin einer Scripted Reality-Show und durchlebt gerade einen zerstörerischen Ausbruch. Das Kind nimmt Anteil daran und zieht Schlüsse und Konsequenzen daraus.… >>>

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    • Dauer: 12 Min.
  • Premiere: Weltpremiere
  • Nominierung: Goldener Schlüssel
    • Regie: Theresa Büchner

    Nebel

    NEBEL ist ein filmischer Essay das sich mit dem Phänomen des „Brain Fog“ beschäftigt. Dies bezeichnet einen Bewusstseinszustand, der durch eine Übermenge an Information zustande kommt. Daraus resultiert eine Art Benommenheit und die Unfähigkeit klar zu denken. Der Film nutzt dies als Ausgangspunkt, um über Denkprozesse als solche zu reflektieren. Der Nebel ist darin die zentrale Metapher an der sich seine Gedanken entspinnen. Indem Beispiele aus der jüngeren Filmgeschichte hinzugezogen werden, gelangt der Film zu Fragen nach der Materialität des Mediums und der des Denkens selbst.… >>>

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    • Dauer: 29 Min.
  • Nominierung: Goldener Schlüssel
    • Regie: Louis Hay