Unfassbare Bewegungen


KulturBahnhof Kassel

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Das Programm setzt die Frage nach der Wirklichkeit von Bildern in Verbindung zur Migration und versucht letztere aus ihrem empirischen Kontext herauszulösen. Eine Migration beginnt nicht mit der Reise und endet nicht mit dem Ankommen in der neuen Heimat. Bewegung und Grenzüberschreitung ist die Basis von Migration aber nicht nur und nicht immer. Erst nach dem Ankommen beginnt das "Werden". Wie ein lebendes Wesen entwickelt sich die Migrationserfahrung über die Zeit und nimmt verschiedene Züge und Formen an. "Migrationsvordergrund" kann somit oft nicht durch Sprache artikuliert werden, in Bildern repräsentiert, oder durch Worte und wissenschaftlich erfasst werden. Die "Wirklichkeit" von Migration bedarf hier künstlerischer Ausdrucksformen, formaler Experimente, wie jenen des Bewegtbildes, um sie nachzuempfinden und für sie ein Erfahrungsraum zu eröffnen. (Azin Feizabadi)

Unlearning Flow

Das Institut für den wissenschaftlichen Film (IWF) in Göttingen setzte sich die Aufgabe, alle Bewegungsvorgänge der Welt auf Zelluloid festzuhalten. Die technischen, ethnologischen und biologischen Filme, die das IWF bis 2010 erstellte, archivierte und weltweit distribuierte, sollten „Dokumente der Wirklichkeit" sein. Ohne Kommentar sollten sie Bewegungen sichtbar, speicherbar und jederzeit reanalysierbar machen. Kann es Bilder geben, die wirklicher sind als andere? Der Essayfilm UNLEARNING FLOW geht sowohl der nationalsozialistischen Vorgeschichte als auch dem Erbe des IWF nach. Er hinterfragt die Ideologie der Unschuld des distanziert-objektivierenden Kamerablicks als auch das aktive Whitewashing der eigenen Institutsgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg.… >>>

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  • Dauer: 11 Min.
  • Premiere: Deutschlandpremiere
  • Nominierung: Goldener Schlüssel
    • Regie: Christoph Oeschger,Sarine Waltenspül,Mario Schulze

    Shipwreck at the Threshold of Europe, Lesvos, Aegean Sea

    Am 28. Oktober 2015 legte ein Boot voller Migranten*innen von der westtürkischen Küste Richtung der nächstgelegenen Europäischen Küste – die griechische Insel Lesbos – ab. Die See war rau, das Boot alt und mit mehr als 300 Passagier*innen überfüllt. 280 Meter hinter der griechischen Seegrenze, im Hoheitsgebiet der EU, sank das Boot und 43 Menschen verloren ihr Leben. Es sollte der tödlichste Vorfall im Zeitraum des sogenannten "Langen Sommer der Migration" werden, in dem mehr als eine Million Geflüchtete und Migrant*innen versuchten, europäische Küsten zu erreichen. Über den Vorfall wurde in den internationalen Medien ausführlich berichtet. Die Berichterstattung erklärte, dass der Rettungseinsatz der europäischen Grenzschutzorganisation Frontex und der griechischen Küstenwache kompetent und erfolgreich gewesen wäre. Unsere Analyse widerlegt diese Einschätzung und ermöglicht es zivilgesellschaftlichen Gruppen, Rechenschaft für die im Mittelmeer verlorenen Leben zu einzufordern. Die Künstlerin Amel Alzakout ist eine der Überlebenden und hat den Schiffbruch mit einer an ihrem Handgelenk befestigten, wasserdichten Kamera aufgezeichnet. Diese Aufnahmen ermöglichen Einblicke aus einer einmaligen Perspektive in die tragischen Ereignisse an der Grenze zu Europa.… >>>

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    • Dauer: 24 Min.
    • Regie: Forensic Architecture

    first in first out

    Der Fisch in der Flasche isst Brot und ich schaue zu. Wir wollten Sardinen braten. Schlechte Sachen vergisst man automatisch. Jetzt gibt es nur noch Plastikbesteck.… >>>

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    • Dauer: 26 Min.
  • Nominierung: Goldener Schlüssel
    • Regie: Zacharias Zitouni

    Restless Pieces of Time

    Die Videoarbeit fokussiert sich auf die fundamentale Struktur von Film und seine Beziehung zu den Konzepten von Zeit, Raum, und Bewegung. Auch wenn die Erfindung und Entwicklung des Kinos de facto auf der trügerischen Natur der menschlichen Wahrnehmung basiert, ist das Medium allgemein doch als die beste Methode bekannt um Echtzeit-Bewegungen aufzunehmen. Die formellen Experimente im Film zielen darauf ab unter Inbezugnahme solcher Belange wie Zeitwahrnehmung, Gedächtnis, und Verdrängungsmechanismen den Zwiespalt aus Realität und Illusion – der in der Natur des Films liegt – aufzuzeigen. Inspiriert wurde die Arbeit von den Selbstreflektionen des Künstlers die wiederum seiner subjektiven Wahrnehmung von Zeit, Raum und Bewegung im Rahmen seiner Migration vom Iran nach Kanada und der damit verbundenen Gewöhnungsphase an die neue Heimat entsprungen sind. RESTLESS PIECES OF TIME ist die Montage aus einer Serie kurzer Videosequenzen, die ursprünglich als Installation präsentiert wurden, hier aber durch Poesie – geschrieben vom Filmmacher – ihre Verbindung erhalten.… >>>

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    • Dauer: 10 Min.
  • Premiere: Deutschlandpremiere
    • Regie: Farid Yahaghi