Atomkraft Forever


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Atomkraft Forever

Deutschland wird im Jahr 2022 endgültig aus der Atomkraft aussteigen. Welche Konsequenzen dies in seiner gesamten Dimension nach sich zieht, ist kaum vorstellbar. Wohin beispielsweise, mit etwa 3 Millionen Tonnen radioaktiv verstrahltem Material? Regisseur Carsten Rau zeichnet ein umfassendes Bild staatlicher Maßnahmen und menschlicher Befindlichkeiten: Von der detaillierten Planung am Schreibtisch über den gefährlichen Einsatz in den radioaktiv verseuchten Betontunneln der Kernkraftwerke bis zu Bürger*innenversammlungen – und den strittigen Fragen, wie es ohne Kernenergie aber mit Atommüll weitergehen soll. Ein Fokus liegt auf dem Kernkraftwerk Greifswald, das ab 1974 schrittweise in Betrieb genommen, seit 1995 endgültig stillgelegt wurde und sich seitdem im Abriss befindet. Welch finanzieller, organisatorischer und zeitlicher Aufwand mit der Dekontaminierung und Endlagerung des Atommülls verbunden ist, legt Rau systematisch und en Detail offen. Zudem führt uns der Film nach Bayern, in die Gemeinde Gundremmingen und lässt Bürger*innen zu Wort kommen, die in unmittelbarer Nähe zum hiesigen Kernkraftwerk leben. Auch die Situation im Nachbarland Frankreich wird beleuchtet; dem größten Atomstaat Europas, wo eine Weiterentwicklung der zivilen Nutzung von Kernenergie im Forschungszentrum Cadarache stetig vorangetrieben wird. Mit eindringlichen und zutiefst beunruhigenden Bildern setzt ATOMKRAFT FOREVER der populären Fiktionalisierungswelle der letzten Jahre in Serien wie zum Beispiel „Dark“ (2017 bis 2020) oder „Chernobyl“ (2019) eine seriöse dokumentarische Wucht entgegen; mit präzisem Blick auf den nicht endenden nuklearen Alptraum: „Der letzte radioaktive Müll des Kernkraftwerks Greifswald wird nicht vor 2080 in einem Endlager verschwunden sein.“, informiert eine Texttafel im Film. Das Produzenten-Duo Carsten Rau und Hauke Wendler blickt mit seiner aktuellen Arbeit erneut in eine gesellschaftliche Wunde – mit gewohnt handwerklicher Souveränität. (Carsten Siehl)… >>>

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  • Dauer: 94 Min.
  • Regie: Carsten Rau