Kunst Kinks


KulturBahnhof Kassel

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Zwischen Protest und Kompliz*innenschaft navigieren die Protagonist*innen des Programms KUNST KINKS durch strukturelle und institutionelle Abgründe des Kunstbetriebs. Sie nehmen Haltungen an und ein, schaffen sich Raum, hadern mit den Zwängen, denen sie sich – nicht nur – in der Kunst ausgesetzt sehen, suchen nach Möglichkeiten der Devianz, des Widerstands und des Humors. Die Orte dieser Widerständigkeit reichen dabei vom plüschigen Wohnzimmer bis zum queeren Underground-Kunstraum, die Strategien von kinky Subversion zu künstlerischer Selbsttherapie. (Uli Ziemons)

Less Lethal Fetishes

Thirza Cuthand nutzt ihren latenten Gasmasken-Fetisch als Einstieg zu einer Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Rolle im Skandal um die Whitney Biennale 2019 und die Berufung eines Kriegsprofiteurs in den Beirat des ausrichtenden Museums. Angesichts von Forderungen, sich aus der Ausstellung zurückzuziehen, spricht Cuthand über die Gründe für ihren Versuch, eine Form des Protests zu finden, die gleichzeitig ihre eigene Verwicklung in das Artwashing des Ratsmitglieds Warren Kander verhandelt, dessen Vermögen unter anderem auf der Produktion von Tränengas basiert. Die Gasmaske wird zum potenziellen Widerstandsbild und führt Cuthand auch ins Chemical Valley, dem Ort an dem 40% der kanadischen Erdölproduktion stattfinden. Auch erklärt sie, wie ihr dortiger Besuch sie zum Teil der “Kunst-Geldwäsche” der petrochemischen Industrie machte.… >>>

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  • Dauer: 9 Min.
  • Regie: Thirza Cuthand,Thirza Cuthand

Like You Really Mean It

Drei Figuren – die Workshopleiterin, der Trainingsanzug und der nackte Affe – finden sich plötzlich in einem Workshop mitten im Death Valley wieder. Sie bemühen sich sehr, einander gute Ratschläge zu geben, können aber leider fast nur wiedergeben, was sie von anderen gehört oder gelesen haben; oft aus zweifelhafter Quelle. Manches, worüber sie sprechen und manches, das sie weglassen, manifestiert sich um sie herum in Form von Tieren, Untoten, explodierenden Autos und Erdlöchern. Da nichts von Dauer ist, wird irgendwann lange applaudiert und schließlich evaluiert.… >>>

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  • Dauer: 13 Min.
  • Premiere: Weltpremiere
    • Regie: Ale Bachlechner

    TIGHTS

    In einem Filmstudio entstehen fünf tableaux vivants nach berühmten kunstgeschichtlichen Porträts. Von einem weiblichen Filmteam unterstützt, nimmt die Regisseurin die Rolle der Porträtierten ein, eignet sich die Bilder an und deutet diese um. Der Akt des An- und Umkleidens, der Selbstpositionierung und des Positioniertwerdens sowie der des Arrangierens wird durch das weibliche Reenactment rekontextualisiert. Eine Schleife wird gebunden, an einem Ärmel gezupft, ein Fuß in die richtige Stellung gerückt. Den Arm in die Hüfte gestützt, richtet die Porträtierte und gleichzeitig Porträtierende ihren ruhigen Blick auf die Kamera. Sie ist Malerin und Modell, ist Beobachterin ihres eignen Blicks und weiß um jenen von außen. Ein Film über Strumpfhosen, Tüll und den Prozess der Verwandlung. (Angela Queins)… >>>

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    • Dauer: 12 Min.
  • Premiere: Deutschlandpremiere
  • Nominierung: Goldener Schlüssel
    • Regie: Helen Lanwehr,Judith Greitemann,Angela Queins

    Subjekträume

    Ein karger Raum mit einer einzigen Steckdose. Das Schmuckstück: Ein eigener Kopierer. Leder, Pelz, Metall. Ein Ort, an dem man nicht im Viereckan Tischen mit Blümchen und Salzstreuer sitzt, sondern sich den Raum in all seinen Dimensionen aneignet. Eine spröde Formensprache. Von 1981 bis 1996 war das lesbisch geführte Westberliner „Pelze Multimedia“ ein viel geliebter und berüchtigter Schauplatz experimenteller Kunst und Musik, von Sexpartys, Barbetrieb und avantgardistischen Modenschauen auf einem Baugerüst. Interviews mit drei der Betreiberinnen verweben sich mit privaten Archivbeständen. SUBJEKTRÄUME untersucht ein subkulturelles Gedächtnis, die Frage nach einem feministischen Erbe und eine ästhetische Praxis, die weiten Teilen der damaligen Frauenbewegung absolut konträr gegenüberstand.… >>>

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    • Dauer: 29 Min.
  • Premiere: Weltpremiere
    • Regie: Katharina Voß

    Una di Voi

    Wenn der Tag zu Ende geht und der Abend hereinbricht, bräuchte man grünen dicken Teppichboden mit weißem Lilienmuster. Vor dem Fenster goldenes Herbstlaub und drinnen gedämpftes Licht. Eine Künstlerin erzählt. Hände deuten. Ein Tischfeuerwerk flackert im Wohnzimmer.… >>>

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    • Dauer: 12 Min.
  • Premiere: Weltpremiere
    • Regie: Eva Hegge