Spiel mir das Lied vom Leerstand


KulturBahnhof Kassel

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Zerbrochene Architekturen, Zwischennutzung, leerstehende Träume! Stadttypische Limbozustände, die utopischen Wohnbauprojekten und ökonomisch getriebener Städtebauplanung geschuldet sind. Die Filme in diesem Multi-Genre Programm erzählen von solchen Projekten und Orten, und von ihren – meist ausweglosen – abgewirtschafteten und maroden Ist-Zuständen. Ob unbewohnte Wohnungen in Japan, verwahrloste Stadtteile in Milan, Unorte entlang des Mauerstreifens in Berlin, Smart-City-Unternehmen in Georgien oder DDR-Vorzeigeprojekte in Leipzig, diese Orte vereint eins: Melancholie und Absurdität. Durch dokumentarische, inszenierte und persönliche Erzählweisen decken die Filme das Nachglühen dieser Orte auf und machen sie erzählerisch, musikalisch und sichtbar, indem sie ihre Absurditäten auf die Spitze treiben. (Azin Feizabadi)

Akiya

Ein Tonbandgerät spielt ein Lied oder den Auftakt des Liedes, in dem es um den zunehmenden Leerstand in Japan geht. Das Gedicht wird im altmodischen Japanisch der Muromachi Epoche (1333-1573) vorgetragen. Erzählt im Stil des traditionell japanischen „nō“ Theaters zeigt die Arbeit nicht die leerstehenden Gebäude, sondern liefert einen konzeptionellen Ausgangspunkt. Inhaltlich basiert es aber auf aktuellen Zeitungsartikeln und poetischen Fragmenten zum Thema und gibt der Stimme die wir hören so ihren Charakter und ihre Persönlichkeit. Die Arbeit besteht aus einer einzelnen 35-mm Aufnahme. Das Lied lässt sich eher mit der Maschine, als dem Menschen assoziieren. Der Performer wird zur Maschine und die Maschine wird zum Performer. Die Arbeit kreiert eine zukünftige Mythologie, oder einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, indem sie die traditionelle Erzählweise der Geschichtenerzählung einer zeitgenössischen Interpretation zum Phänomen des Leerstandes gegenüberstellt.… >>>

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  • Dauer: 5 Min.
  • Regie: Jonna Kina

Meeting the Flat Earth Halfway

Der Ort des Geschehens – der frühere Mauerstreifen in Berlin – wird körperlich ausgelotet und erfahrbar gemacht. Es entsteht ein Verhältnis zwischen mir und der städtischen Umgebung in der ich mich in meinem Alltag bewege. Ähnlich geschieht dies auch bei der Kinovorführung, bei der ich – eingebettet in den Film – Gesten meines physischen Körpers live vor dem Publikum zur Schau stelle.… >>>

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  • Dauer: 6 Min.
  • Premiere: Weltpremiere
    • Regie: Bruno Siegrist

    Scenes from Trial and Error

    Der Film folgt den unendlichen Versuchen, die aus dem kleinen Fischerdorf Anaklia an der Küste des schwarzen Meers in Westgeorgien eine Smart-City der Zukunft inklusive Tiefsee Hafen machen sollen. Der Dokumentarfilm beleuchtet die materiellen und sozialen Konsequenzen, die sich aus den großangelegten Infrastrukturmaßnahmen, mit denen das Land zum Handelskorridor für das spekulative New Silk Road Projekt werden soll, ergeben.… >>>

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    • Dauer: 30 Min.
  • Nominierung: Goldener Schlüssel
    • Regie: Tekla Aslanishvili

    Rejigging Nest in my Diaries

    Als Setting für die Erzählung dient ein architektonisches Vorzeigeprojekt der DDR, Leipzig Grünau. Die sozialen und kulturellen Veränderungen nach der Wiedervereinigung haben der architektonischen Landschaft eine neue aber unsichtbare Decke aufgezwängt unter der die Erinnerungen an den Ort versteckt sind, and dem ich einst aufgewachsen bin. Mittlerweile sind 14 der 19 Blockbauten aus dem Stadtbild verschwunden, ohne dass es irgendjemand bemerkt hat. Ich spuke schon eine Weile in der Gegend herum und fühle mich wie ein Außerirdischer, in ihrer Vergangenheit wie ihrer Gegenwart.… >>>

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    • Dauer: 6 Min.
  • Premiere: Weltpremiere
  • Nominierung: A38-Produktions-Stipendium
    • Regie: Alexander Göbel

    All, or Nothing at All

    Der Film ALL, OR NOTHING AT ALL beginnt mit einer Vogelperspektive auf Viborg in Dänemark, eine der ältesten Wikinger Siedlungen; die sich später in eine mittelalterliche Stadt entwickelte. Viborg wirkt mit ihren vom Wasser umgebenen Ziegelsteinhäusern und rot gekachelten Dächern anfänglich idyllisch, doch das Bild zerfällt bald schon zu einem unheimlichen, post-apokalyptischen Diorama, indem die urbane Landschaft verwüstet wurde. Sieben Avatare begleiten Zuschauer*innen singend und tanzend durch die verlassenen Shoppingmeilen, Garagen, den alten Pfad der Kreuzritter und Jahrhunderte alte Gassen während sie "All, or Nothing at All" von Frank Sinatra singen. Im Gegensatz zur ursprünglichen, gänzlich aus einer männlichen Perspektive gedachten Version von Sinatra, interpretiert die dänische Sängerin Nina Vadshølt den Song als engelsgleichen rebellischen Sprechchor neu. Die Choreographie basiert auf dem Musical West Side Story (1961), in dem sich polnische, amerikanische und puertoricanische Gangs bekriegen.… >>>

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    • Dauer: 8 Min.
  • Premiere: Deutschlandpremiere
    • Regie: Persijn Broersen,Margit Lukacs