junges dokfest – Programm 2: Stadtgeflüster


KulturBahnhof Kassel

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Was erzählen uns Städte? Was erzählen sie zwischen den Zeilen? Welche Sinnbilder halten sie für aufmerksame Betrachter*innen bereit? Das Programm stellt einerseits Menschen vor, deren Aktionsradien und Refugien sehr begrenzt sind, sodass ihre Lebensträume illusorisch erscheinen. Andererseits hält STADTGEFLÜSTER Protagonist*innen für uns bereit, die den Lebensraum Stadt noch für sich entdecken und erobern werden. Und in diesem Sinne kann auch der Kinoraum als – mitunter – städtischer Erfahrungs- und Erlebnisraum gedacht werden. (Carsten Siehl)

Come si dice

Eine Stadt irgendwo in Italien: Einheimische Mädchen und junge deutsche Urlauberinnen finden Spaß am Übersetzen: „Come si dice?“ – „Ich liebe Dich.“ Dann ein harter Schnitt und wir werden Zeuge von Gefühlsausbrüchen und einer verbalen Auseinandersetzung zwischen einheimischen Eltern. Dementsprechend gerät die Kamera in Extrembewegung. Die Filmemacherin Jasmin Preiß reizt die Möglichkeiten der Handkamera aus, indem sie radikale Schwenk- und Zoombewegungen kombiniert, die sich zu einer vermeintlich wilden – teils verpixelten – Blickführung verdichten. Die Faszination fürs Fremde und die Lust an Gegensätzen prägen dieses filmische Experiment.… >>>

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  • Dauer: 14 Min.
  • Regie: Jasmin Preiß

Dafa Metti

Regisseur Tal Amiran nimmt uns mit nach Paris, zunächst zu touristischen Plätzen rund um den glitzernden Eifelturm. Dort verkaufen seine Protagonisten, junge Männer aus dem Senegal, Souvenirs. Unter permanenter Anspannung müssen sie die willkürliche Gewalt der Polizei fürchten und erdulden. In der Illegalität kämpfen sie um das eigene Überleben und das ihrer Familien in der Heimat. Unter anderem führt uns die Kamera von den Orten illegaler Arbeit in eine ebensolche Unterkunft. Und wir erfahren, dass sich sieben Männer jene 26 Quadratmeter teilen müssen, wobei alle Mitbewohner zu unterschiedlichen Arbeitsschichten gezwungen werden. DAFA METTI lässt Menschen zu Wort kommen, die inmitten unserer sogenannten zivilisierten Gesellschaft lediglich als Statisten oder Freiwild gelten.… >>>

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  • Dauer: 15 Min.
  • Premiere: Deutschlandpremiere
    • Regie: Tal Amiran

    Semiotics of the City

    Alles auf Anfang: Wie durchläuft man filmisch das Alphabet? Der Medienkünstler Daniel Burkhardt macht uns zahlreiche Wahrnehmungsangebote, die mittels hoher Schnittfrequenz in Kombination mit verbaler Verschlagwortung – von A bis Z – auf uns einprasseln. Die rasante Bildfolge städtischer Situationen ist zudem durch die Wiederholung der Bildmotive gekennzeichnet. Kombiniert mit wechselnden Begriffen, lenkt Burkhardt unsere Wahrnehmung immer wieder auf andere Bilddetails. Und so liegt in letzter Konsequenz die Sinnsuche oder bestenfalls Sinnfindung aus Schlagworten und Stadtbildern final bei uns, den Zuschauer*innen.… >>>

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    • Dauer: 4 Min.
  • Nominierung: A38-Produktions-Stipendium
    • Regie: Daniel Burkhardt

    Oben Offen

    Was verraten eigentlich Schuhe über ihre Besitzer*innen? Kann man an einem Paar Schuhe erkennen, „ob jemand Single oder vergeben ist“, wie eine der Protagonistinnen behauptet? Regisseurin Hannah Jandl hat unterschiedliche Menschen in den Straßen von München interviewt und wagt mit OBEN OFFEN die radikale Auslassung der Gesichter, die uns vermeintliche Hinweise auf den Charakter geben (könnten). Vielmehr richtet sie den Kamerablick konsequent auf das Schuhwerk und lässt deren Träger*innen zu Wort kommen. So erzählen diese von ihren Schuhen, ihrem Alltag und ihren Einstellungen zum Leben. Dadurch wird der konzeptionelle Fokus gedehnt. Inhaltlich durch die Interviewpartner*innen und bildlich durch unsere Phantasie, die anhand der Erzählungen über das Sichtbare hinauswächst.… >>>

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    • Dauer: 11 Min.
    • Regie: Hannah Jandl

    Ruby

    Ruby erwacht in der Morgendämmerung und registriert, dass ihr Hund Frankie verschwunden ist. Ausgangspunkt und Sinnbild eines besonderen Sommertags im Leben der Protagonistin, die zwischen zwei Welten weilt: England, das ihre Eltern vor langer Zeit verlassen haben. Und Portugal. Hier ist Ruby inmitten einer britischen Community aufgewachsen und fühlt sich dennoch als Ausländerin; immer noch. Chronisch balanciert sie auf der Grenze zwischen den beiden Welten. Ihre Freundin Millie hingegen wird nach England zurückkehren. Und so wird die bevorstehende Partynacht zum Abschied – auch von der eigenen Kindheit. In symbolisch aufgeladenen Momenten erzählt uns RUBY von einem programmatischen Gegenentwurf inmitten der Natur.… >>>

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    • Dauer: 25 Min.
  • Nominierung: A38-Produktions-Stipendium
    • Regie: Mariana Gaivão