The Wall of Shadows


Filmladen Kassel

The Wall of Shadows

Gebetsfahnen flattern an einer Steinhütte in einem Tal im Himalaya, umstellt von gigantischen, schneebedeckten Bergen. Einer davon ist besonders beeindruckend, mit seiner hohen Spitze, die von zwei niedrigeren, schultergleichen Gipfeln flankiert ist: Der Kumbhakarna, wie der Jannu auch bei Einheimischen heißt. Mit 7.711 Metern ist er einer der höchsten Berge der Welt, dessen „Wall of Shadows“ mit dem Eisgletscher als fast unbezwingbar gilt. Einer Legende nach wurden einst drei Brüder von einem mächtigen Mönch in Berge verwandelt, weil zwei davon Kumbhakarna, dem Dritten, aus Neid auf seine Beliebtheit nach dem Leben trachteten. Die Einheimischen verehren den Kumbhakarna als heiligen Berg und glauben, dass Gott dort lebt. Der Sherpa Ngada steckt im Dilemma: Er hat das Angebot erhalten, als Bergführer eine Expedition auf den Kumbhakarna zu leiten. Seine Frau Jomdoe ist strikt dagegen „Gottes Haus“ zu betreten. Aber Sohn Dawa möchte gern Studieren. Um das zu ermöglichen, lässt sich Ngada schließlich darauf ein und nimmt die ganze Familie mit ins Basecamp. Die Expeditionsteilnehmer, ein polnischer und zwei russische Bergsteiger, zeigen sich für die Notwendigkeit einer religösen Zeremonie zur Besänftigung des Berges unverständig. Und als Ngada nach einem Erkundungsgang beschließt, dass das Wetter zu gefährlich ist für den Aufstieg, versuchen sie ihn umzustimmen. Und er wird nicht bezahlt, wenn er die Besteigung nicht durchführt... Mit beeindruckenden Bildern, die die Majestät und mythische Kraft der Berge und das harte Leben der Sherpa-Familie beschwören, erzählt Regisseurin Eliza Kubarska eine zeitgenössische Version der Geschichte vom Versuch des Menschen, die Natur zu bezwingen, bei dem es keine Gewinner*innen gibt. Und durch die Verdeutlichung der Diskrepanz in der Motivation von Sherpas und Alpinisten, werden die sozio-ökonomischen Verstrickungen zwischen Industrienation und Bergvolk schmerzlich bewusst. Ein kraftvoller Film, der nachdenklich stimmt. (Carolin Ernst)… >>>

  • Dauer: 94 Min.
  • Nominierung: A38-Produktions-Stipendium
    • Regie: Eliza Kubarska