The Silhouettes


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The Silhouettes

1982 erreichte der Konflikt um die sowjetische Invasion Afghanistans seinen kriegerischen Höhepunkt. Rund 1,5 Millionen Afghan*innen begaben sich auf eine lange Reise und flohen über die iranische Grenze. Taghi Safari gehört zur zweiten Generation dieser afghanischen Geflüchteten im Iran. Seine Familie betreibt eine Schneiderei, zwischen Stoffballen und Schnittmustern ist er groß geworden. Neben seiner Arbeit im elterlichen Betrieb studiert er, um Ingenieur zu werden. Doch die Geschichte seiner Familie ist keine stereotype Erfolgserzählung von Integration und sozialem Aufstieg. So hadert besonders Taghi mit den strikten Einschränkungen, die der Geflüchtetenstatus seiner Familie mit sich bringt. Tagtäglich müssen auch die Kinder und Enkelkinder der Safaris Erfahrung mit dem stets präsenten strukturellen wie individuellen Rassismus der iranischen Mehrheitsgesellschaft gegenüber ihren afghanischen Nachbar*innen machen. Taghi hat genug vom Leben als migrantisierter Bittsteller und möchte in ein Heimatland zurückkehren, in dem er noch nie war und in dem einmal mehr Kriegszustand herrscht. Er will helfen, ein neues Afghanistan aufzubauen und in einer Gesellschaft leben, die ihn dringend braucht – keine, die ihm ihre Ablehnung täglich unter Beweis stellt. Afsaneh Salari entwirft in ihrem behutsamen Film ein vielschichtiges, warmes und intimes Familienporträt, das die Spannungen des Alltags ihrer Protagonist*innen auch ohne erklärenden Kommentar in höchst aussagekräftige Bilder zu fassen weiß. Die Familie Safari öffnet ihr und damit auch ihrem Publikum nicht nur die Tür zu ihrem Haus, sondern auch ihre Familienchronik, deren Mittelpunkt auch nach fast 40 Jahren noch zwischen Kabul und Teheran pendelt. (Jens Geiger)… >>>

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  • Dauer: 79 Min.
  • Premiere: Deutschlandpremiere
    • Regie: Afsaneh Salari