Silence Radio


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Silence Radio

Autos in endlosen Schlangen, die ohne Pause auf den Stadtautobahnen durch Mexiko-Stadt rollen, manche schnell, manche langsam. In jedem davon könnte gerade ihre Stimme zu hören sein, die unnachgiebig die tagespolitischen Ereignisse analysiert, die jahrzehntelangen staatlichen Verstrickungen in den Drogenkrieg aufdeckt oder der allerneuesten Spielart von Korruption auf den Grund geht. Carmen Aristegui ist eine der bekanntesten Journalist*innen und Radiomoderator*innen Mexikos, aber sie wurde zum Schweigen gebracht – zumindest vorübergehend – nachdem sie die Affäre um die „Casa Blanca“ und die Verstrickung des ehemaligen mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto darin publik gemacht hatte. Seitdem kämpft sie mit einem Team mutiger und loyaler Mitarbeiter*innen gegen gezielte Falschinformation und für Meinungs- und Pressefreiheit in Mexiko. Die Filmemacherin begleitet Carmen in der Gründungsphase ihres eigenen Nachrichtensenders im Internet und zeichnet dabei das Porträt einer unbeugsamen, mutigen und umsichtigen Frau, die Nerven wie Drahtseile hat. Carmen erhebt ihre Stimme in Mexikos Medienöffentlichkeit trotz anonymer Drohungen, Datendiebstahl, und schmerzhafter, privater Entbehrungen, trotz organisiertem Verschwinden und gezielter Journalist*innenverfolgung. Ihre Kraft und ihr Durchhaltevermögen schöpft sie aus dem Wissen um die eigene Verantwortung in der Gesellschaft, die sie nicht mehr zur Ruhe kommen lässt. Da ist dieses Knistern in der Atmosphäre, das den Adrenalinspiegel während des gesamten Films nicht sinken lässt, und das im Sounddesign wirkungsvoll veredelt wurde. (Christina Zimmermann)… >>>

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  • Dauer: 78 Min.
  • Nominierung: A38-Produktions-Stipendium
    • Regie: Juliana Fanjul