White Cube


(Filmladen Kassel)

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White Cube

„Was kann Kunst für die Welt tun?“, fragt der Künstler und Filmemacher Renzo Martens in seinem Film WHITE CUBE, in dem er den waghalsigen Versuch unternimmt, eine Antwort auf diese Frage zu finden. Mit weißem Hemd, schwarzer Hose und einem Strohhut steht Martens am Flussufer einer Palmölplantage des Konzerns Unilever im Kongo, die seit 1995 stillgelegt ist, weil ihre Böden nach 100-jähriger Monokultur restlos ausgebeutet sind. Die Bewohner*innen von Lusanga leben immer noch in denselben heruntergekommenen Baracken von damals und das will Martens ändern. Er bewegt sie dazu, Skulpturen herzustellen, die als Schokoladenabgüsse im New Yorker SculptureCenter präsentiert und an ein hippes Kunstpublikum verkauft werden. Durch den Kauf der Skulpturen können die Einheimischen das Land zurück finanzieren und eine unabhängige Wirtschaft betreiben. Martens bedient sich der Mittel des Dokumentarfilms, um naive Fragen an den Kunstmarkt zu stellen und erschüttert diesen damit in seinen Grundfesten. Mit stoischer Ernsthaftigkeit und einer ordentlichen Prise Zynismus prüft er die Machtmechanismen des Kunstmarktes auf ihre Beständigkeit und entfacht den Diskurs über den Wert der Kunst und seine Profiteur*innen aufs Neue. Mit WHITE CUBE zeigt Martens die existentielle Abhängigkeit derer, die unter den Labels jener Konzerne arbeiten, die zu großen Teilen den Markt beherrschen. Der Künstler kreiert eine Parodie, die den Kunstmarkt an den Pranger stellt und das Publikum dabei an die eigene Schmerzgrenze treibt. (Annika Nesheim)… >>>

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  • Dauer: 79 Min.
  • Regie: Renzo Martens