junges dokfest – Programm 1: Wandlungen & Verwandlungen


(BALi, KulturBahnhof Kassel)

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Der eigenen Haut möchte man manchmal entkommen. Sie auszuziehen ist unmöglich, doch sie kann neu gedacht und transformiert werden. In diesem Programm hält dokumentarisches Arbeiten nicht nur den Akt der Veränderung fest, sondern das Wesentliche in der Verwandlung: Was geschieht im sozialen Umfeld, wenn eine Person oder eine Geschichte, nicht mehr die ist, die man kannte? Wie können Reenactments als nachvollziehbare Partizipation fungieren oder sogar politisch sein? Das Kino eröffnet mit den folgenden fünf Filmen einen Raum für unerwartete Teilhabe am Prozess des dokumentarischen Filmemachens. (Hien Mai)

MI ARMA

Es dauerte eine Weile, bis die andalusische Dragqueen Belilal verstanden hatte, wie und warum sie folkloristische Elemente in ihren Performances bewusst verkörpert, obwohl gerade diese Symbole stark mit Spanien im Franquismus verbunden werden. Folklore und queer sein gehören fest zur Identität Andalusiens. Wie aber überwindet man das Stigma einer mit Unterdrückung besetzten Tradition? Während die Kamera Belilal bei der Make-Up-Routine begleitet, erzählt sie selbstbewusst von der Strategie mit und unter Folklore zu arbeiten und zu leben. Es ist ein Blick hinter die Kulissen und auch ein Rückblick auf eine Zeit zwischen Tradition und Umsturz.… >>>

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  • Dauer: 7 Min.
  • Premiere: Deutschlandpremiere
  • Nominierung: A38-Produktions-Stipendium
    • Regie: Jesús Pascual

    Nur Haare

    In collagierten Stop-Motion-Animationen erzählen verschiedene Personen von ihren individuellen Leidenserfahrungen in Bezug auf Haare. Die Interviewsequenzen werden dabei tierischen Protagonist*innen zugeordnet. Durch diesen Verfremdungseffekt bleiben die ursprünglichen Sprecher*innen unerkannt und Zuschauer*innen gewinnen den Abstand, um den sehr persönlichen Aussagen emphatisch begegnen zu können. Denn fast jede*r hatte schon mal ein Haarproblem, nicht wahr?… >>>

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    • Dauer: 5 Min.
    • Regie: Leon Harms, Fiona Quint, Amina Krami

    Al motociclista no le cabe la felicidad en el traje

    Wie auf einem hohen Ross sitzt der Fahrer stolz auf seinem Motorrad. Alle anderen möchten auch fahren, aber seine Honda würde er nicht einmal leihweise hergeben. In diesem Reenactment wird Mise en Scène als Mittel zur Verbildlichung von Narrheit und Hybris verwendet. Mal karikiert eine Soundcollage einer Spielhalle den zu belächelnden Hochmut des Fahrers, mal begleitet eine Wagner- Hymne seine Runden im Dschungel. Durch diese Juxtapositionen wird der Bezug zur Lebensrealität der jugendlichen Protagonist*innen hergestellt.… >>>

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    • Dauer: 10 Min.
    • Regie: Gabriel Herrera

    LIVE ACTION ROLE PLAY

    Vor einem Spiegel betrachtet sich Lotta, oberkörperfrei, nur mit einer engen kurzen Hose bekleidet. Nach und nach legt sich Lotta eine ritterliche Rüstung aus verschiedenen Schichten an. Es sind weiche und harte Komponenten, die Lottas Persönlichkeit ausmachen. Aus dem Off sind Zeilen aus einem Brief von einem Freund zu hören. Als Zuschauer*in nimmt man durch die (haut)nahen Einstellungen den Blick des Freundes ein, der beobachtet, wie Lotta kein harter Junge mehr sein möchte.… >>>

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    • Dauer: 5 Min.
    • Regie: Johann Schilling

    À la recherche d’Aline

    Um einen Film über die senegalesische Widerstandsheldin Aline Sitoé Diatta zu machen, kehrt eine junge Filmemacherin an ihren Geburtsort Dakar zurück. Für die Rolle der Aline werden verschiedene junge Frauen gecastet. Die Suche nach der wahren Aline stellt sich als genauso wichtig wie das geplante Reenactment heraus. Denn Regisseurin Rokhaya Marieme Balde lernt gemeinsam mit allen Beteiligten am Drehort Stück für Stück die sagenhafte Geschichte um und über Aline kennen.… >>>

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    • Dauer: 27 Min.
  • Premiere: Deutschlandpremiere
  • Nominierung: A38-Produktions-Stipendium
    • Regie: Rokhaya Marieme Balde