365 Tage Dokumentarfilm

365 Tage Dokumentarfilm – Das Kasseler Dokfest das ganze Jahr präsent

Das Kasseler Dokfest möchte die dokumentarische Form wieder verstärkt ins Kino bringen, nicht nur während der 6 Tage des Festivals sondern 365 Tage im Jahr. Wir möchten besondere Highlights des Festivals präsentieren, die durch ihre inhaltliche Brisanz oder künstlerische Fertigkeiten hervorstechen und auch zeitnah auf geführte Diskurse reagieren und diese filmisch kommentieren.

Mit kuratierten Programmreihen, Film-Events mit Gästen und Filmgesprächen sowie einer Ansprache von Zielgruppen ist es möglich, Zuschauerinnen und Zuschauer für den Dokumentarfilm im Kino zu gewinnen. Eine besondere Herausforderung ist, verständlich zu machen, dass es ein Unterschied ist, ob man einen Dokumentarfilm auf der Leinwand, im Fernsehen, auf dem PC oder Smartphone sieht.

Jedes Screening soll über eine ‚reguläre‘ Kinovorstellung hinausgehen, da wir nach Möglichkeit die Filmemacher/innen zur Diskussion ihrer Arbeit nach Kassel einladen möchten. Auch sollen Expert/innen verschiedener Bereiche eingeladen werden.

Die Ausgestaltung ist damit genauso facettenreich gestaltet wie das Kasseler Dokfest mit all seinen verschiedenen Sektionen selbst.

Die Reihe 365 Tage Dokumentarfilm – Das Kasseler Dokfest das ganze Jahr präsent wird von der HessenFilm und Medien GmbH gefördert.



Veranstaltungen im September:

Der Gipfel - Performing G20

Im Juli 2017 taucht Rasmus Gerlach mit Kameraleuten tief in die Proteste rund um den G20-Gipfel ein. Auf den Straßen finden Performances als neue Demonstrationsform viel Anklang, doch die bunten Szenen werden bald von den Bildern der Gewalteskalation überschattet. Das Filmprojekt konzentriert sich auf die Aktionskunst, darunter die wohl bekannteste Performance „Die Frau auf dem Panzer“, deren friedlicher Protest gewaltsam beendet wird.

Es kommen aber auch Anwohner, Fotografen, ein Journalist sowie ein Polizist zu Wort. Und Performance- und Musik-Ikone Laurie Anderson: Sie spricht darüber, wie der G20 von außen wahrgenommen wurde und was Möglichkeiten kreativer Protestkunst sind.

Deutschland 2018 / Regie: Rasmus Gerlach / 74 Min.

Mittwoch, 19.09. um 18:30 Uhr, Filmladen

Regisseur Rasmus Gerlach ist zu Gast.


Veranstaltungen im August:

Sympathisanten – Unser Deutscher Herbst

Der Deutsche Herbst als Familiengeschichte, Filmgeschichte und Gesellschaftsporträt.

In „Sympathisanten – Unser Deutscher Herbst“ kombiniert Felix Moeller einzigartige zeitgenössische Dokumente und intensive Gespräche mit Zeitzeugen und versucht die Fragen zu beantworten, wie es zu so einer polarisierenden und aggressiven Stimmung in der Bundesrepublik der 1970er Jahre kommen konnte, wie eine radikale kleine Gruppe wie die RAF (Rote Armee Fraktion) so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte – und wieso die sogenannten Sympathisanten zwischen die Fronten von RAF und Staat gerieten.
Mit zahlreichen Filmausschnitten und Archivmaterial sowie Margarethe von Trottas Tagebüchern, entfaltet sich eine bewegende Geschichte zwischen Privatheit und Politik. Dieser außergewöhnliche Dokumentarfilm beleuchtet ein kaum bekanntes Kapitel deutscher Geschichte, als aus einem Kampf für eine gerechtere Gesellschaft Sympathien für eine militante Bewegung entstanden, die vor Mord nicht zurückschreckte und ihre einstigen Ideale und Utopien verriet.

Deutschland 2017 / Regie: Felix Moeller / 110 Min.

Mittwoch, 22.08. um 18:30 Uhr, Filmladen

Regisseur Felix Moeller ist zu Gast. Moderation: Klaus Stern


Veranstaltungen im Juli:

Wildes Herz

Dokumentation über Jan „Monchi“ Gorkow, den Sänger der Punkband Feine Sahne Fischfilet aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Band engagiert sich öffentlich gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie, aber auch gegen Abwanderung, Perspektivlosigkeit und Wendeverliererfrust - Themen, die sich allesamt in der Musik der Band wiederfinden. Gleichzeitig hatte Feine Sahne Fischfilet wegen des Vorwurfs einer anti-staatlichen Haltung auch immer wieder Probleme mit Verfassungsschutz und Polizei und gilt als „Vorpommerns gefährlichste Band“. Regie führt der Schauspieler Charly Hübner, der selbst in Mecklenburg geboren wurde und mit „Wildes Herz“ sein Debüt als Regisseur gibt. Hübner zeigt Monchi und die anderen Bandmitglieder Olaf, Christoph, Kai, Köbi und Max als Punks und Lokalpatrioten, aber auch bei großen Festivals oder auf Wahlkampftour.

Deutschland 2017 / Regie: Charly Hübner, Sebastian Schultz / 94 Min. 

Montag, 09.07. um 22.15 Uhr, Open Air Kino: Im Hof vom Dock 4, Untere Karlsstraße 4, 34117 Kassel

Eintritt: 8,00 € Abendkasse

Anne Clark - I ll Walk Out Into Tomorrow

Anne Clark, die englische Poetin und Spoken Word-Künstlerin, wird seit mehr als 30 Jahren auf der Bühne gefeiert. Sie hat gleich zu Beginn ihrer Karriere Anfang der 80er Jahre mit den New Wave Hits „Our Darkness“ und „Sleeper in Metropolis“ einen Kultstatus erreicht. Vom Punk geprägt, hat Anne Clark als eine Pionierin der elektronischen Musik eine ganze Generation von Musiker/innen geprägt und gilt als eine Wegbereiterin des Techno. Der hessische Regisseur Claus Withopf hat die Künstlerin beinahe 10 Jahre mit der Kamera begleitet und gibt einen sehr persönlichen Einblick in ihr Leben und Schaffen.

Deutschland 2017 / Regie: Claus Withopf / 84 Min.

Dienstag, 03.07. um 22.15 Uhr, Open Air Kino: Im Hof vom Dock 4, Untere Karlsstraße 4, 34117 Kassel

Eintritt: 8,00 € Abendkasse